Die Partei- und Staatschefs des Warschauer Pakts kamen ohne Vertreter Rumäniens und der Tschechoslowakei in Warschau überraschend zu einer Besprechung über "Prager Probleme" zusammen. Die tschechoslowakische KP bekundete erneut ihre Bereitschaft zu bilateralen Begegnungen mit den Bruderparteien. Der Abzug fremder Manövertruppen aus der Tschechoslowakei wurde nur zögernd fortgesetzt. Der FDP-Bundesvorsitzende Walter Scheel und Fraktionsgeschäftsführer Hans-Dietrich Genscher wurden in Prag von wichtigen Persönlichkeiten in Staat und Partei empfangen. Der CDU-Verkehrsexperte Ernst Müller-Hermann schlug als deutschtschechoslowakisches Gemeinschaftswerk den Bau einer Autobahn von Nürnberg nach Prag vor.

Zwischen Ostberlin und Moskau

Das Bundesverkehrsministerium bot den zuständigen Stellen in Ostberlin Verhandlungen über den Transitverkehr auf den Wasserstraßen in beiden Teilen Deutschlands an. Die DDR bestritt ihre Bereitschaft zur Erhöhung von Zeitungslieferungen in die Bundesrepublik. Bei einem Explosionsunglück im Elektrochemischen Kombinat Bitterfeld in der DDR fanden über 30 Menschen den Tod. Eine SED-Delegation aus Westberlin unter Leitung von Gerhard Danelius reiste nach Moskau. Als Reaktion auf das "Njet" aus Moskau zu den Bonner Gewaltverzichtsvorschlägen ließ Bundesaußenminister Willy Brandt Dokumente über die Geheimverhandlungen mit der Sowjetunion veröffentlichen.

Reden und Reisen

Während seines Schweden-Besuchs polemisierte der sowjetische Ministerpräsident Alexej Kossygin gegen die CSSR und die Bundesrepublik. In Warschau setzten sich führende Politiker für eine Beendigung der antizionistischen Kampagne ein. Der ägyptische Staatschef Nasser fand bei seinem jugoslawischen Gastgeber Tito mehr Verständnis für seine Nahost-Pläne als in Moskau.

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