Keine Feste werden gefeiert, keine Fackeln entzündet, keine Fahnen entrollt, und nicht einmal farbenfrohe Folkloregruppen huldigen dem Geburtstagskind. Dabei wäre der Anlaß durchaus der einen oder der anderen Rede wert: der Deutsche Entwicklungsdienst wird in diesem Sommer fünf Jahre alt. Seine Gründung vollzog sich in Bonn – an jenem Tag, als Präsident John F. Kennedy in der Bundeshauptstadt zu Besuch war. Damit war die Nähe zu der amerikanischen Peace-Corps-Bewegung bereits markiert.

Im Kennedy-Kreis hat Dr. Walther Casper, der Vorsitzende des Verwaltungsrats des Deutschen Entwicklungsdienstes, die ersten Ansätze und frühen Erfolge des amerikanischen Friedenskorps kennen und schätzen gelernt. Casper, wie viele Deutsche mit idealistischem Schwung ein Mann der Jugendbewegung, heute Vorstandsmitglied der Metallgesellschaft AG in Frankfurt, hat sich von damals bis heute mit Enthusiasmus und Elan dieser Sache angenommen. Im Herbst 1962 trafen sich in Puerto Rico Delegationen aus 27 interessierten Ländern. Die Bundesrepublik Deutschland war – neben Norwegen – das erste Land, das sich bereiterklärte, die Amerikanische Idee zu übernehmen.

"Warum gerade wir?"

"Mit Entwicklungshilfe kann Deutschland am besten in die Welt hineinwirken. Entwicklungspolitik ist aber nicht nur eine Frage von Kapital und Technik. Es wird uns weder gelingen, noch kann uns daran liegen, nur spektakuläre Taten zu vollbringen, nur kühne Werke ins Leben zu setzen. Entwicklungshilfe ist auch Dienst am Menschen. Das ist der Auftrag des Deutschen Entwicklungsdienstes."

"Wie viele Menschen versehen zur Zeit in wie vielen Ländern diesen Dienst?"

"Im Augenblick verteilen sich über tausend Freiwillige auf 25 Länder in den drei Entwicklungskontinenten. Hinzu kommen über hundert Freiwillige in den Ausbildungsstätten in Berlin und Wächtersbach."

"Was bewegt die Freiwilligen zu ihrer Meldung: Fernweh, Abenteuerlust, humanitärer Idealismus?"