Ein eindrucksvolles Beispiel erfolgreicher Rationalisierung liefert die Hamburgische Electricitäts-Werke AG, Hamburg. In den letzten vier Jahren hat sich die Zahl der Mitarbeiter um 1015 oder um knapp 15 Prozent vermindert. Jeder siebte Arbeitsplatz konnte eingespart werden. Das brachte eine jährliche Kostenersparnis von rund 20 Millionen Mark. In der gleichen Zeit sind die Fremdmittel um 150 Millionen zurückgeführt worden, was zu einer weiteren Kostenentlastung von 10 bis 12 Millionen führte. Im Geschäftsjahr 1967 wurde durch Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Kraftwerke sowie durch günstige Brennstoff einkame (trotz Suezkrise!) eine Kostensenkung von rund 2 Prozent erzielt, was wiederum knapp 3 Millionen einsparte.

Diese Zahlen rücken erst dann ins rechte Licht, wenn man erfährt, daß in den letzten vier Jahren die Zahl der Stromabnehmer um 6,5 Prozent gestiegen ist, der Stromverkauf um 26 Prozent und der Fernwärmeverkauf um 14 Prozent zugenommen hat. In der gleichen Zeit erhöhte sich der Umsatz insgesamt um 14 Prozent.

Die HEW-Aktionäre haben aus dieser Entwicklung unmittelbar nur einen geringen Nutzen gezogen. Seit 1964 ist die Dividende nur von 10 auf 12 Prozent angehoben worden. Wenn die Aktionäre dennoch mit ihrer Anlage zufrieden sein können, so liegt dies an der Kursentwicklung. Ende 1964 wurde für die HEW-Aktie ein Kurs von 221 Prozent gezahlt, heute aber schon 360 Prozent. Die HEW-Aktie gehört zu den wenigen Börsenwerten, die den Höchststand der Boom-Periode von 1959/60 deutlich überschritten haben. Da sich die gute Ertragslage noch verbessert, liegt es im Bereich der Möglichkeiten, daß sich die Verwaltung entschließt, im nächsten Jahr, da die Gesellschaft ihr 75jähriges "Stiftungsfest" feiert, zur Dividende von 12 Prozent einen Bonus hinzuzulegen. kw