Mit einem Umsatz von 503,5 Millionen Mark haben wir erstmalig die Schallmauer vor der halben Umsatzmilliarde durchstoßen." Diese Feststellung Dr. Hausners, Sprechers der Triumph – International – Gruppe, München, schließt ein Umsatzplus (brutto) von 6,2 Prozent ein. Es basiert auf einer betont antizyklischen Marketing-Politik. Im Rezessionsjahr 1967, das der Miederwarenbranche einen Rückgang des Produktionswertes von 6 Prozent "bescherte" und das Marktvolumen um 4,2 Prozent schrumpfen ließ, konnte Triumph einen Marktanteil bei einem Umsatzrückgang von 3,1 Prozent noch verbessern. Das ist vor allem dem Mehraufwand für die Verkaufsförderung und Werbung von rund 10 Millionen Mark zuzuschreiben.

Die Markting-Kosten haben andererseits jedoch die Ertragslage eingeengt. Das schlägt sich auch in der Konzernbilanz nieder. Danach ist bei den konsolidierten Inlandsgeschäften ein Konzernverlust von rund einer Million Mark entstanden. In diesem Ergebnis unter dem Strich muß jedoch "eine reine Rechengröße" gesehen werden. Sie wäre vor allem um die Gewinnanteile der Familien Spiesshofer und Braun von 2,85 (7,28) Millionen Mark zu korrigieren. Auch der Jahresüberschuß von 2,5 (15,7) Millionen Mark sagt nur wenig über das tatsächliche Ergebnis aus. "Wenn wir die Aktivitäten im Marketing nicht verstärkt hätten, wäre die Ertragslage besser, der Umsatz geringer gewesen." Dieses antizyklische Verhalten, dazu ein großer Ermessensspielraum in der Bewertung der modischen Triumph-Artikel (neben Miederwaren Damenwäsche, Bademoden, Strandbekleidung und Frottierwaren) rückte das Ertragsbild in ein schiefes Licht.

Worauf es der Verwaltung ankam, war, "eine Art von Zukunftsinvestitionen" vorzunehmen. Sie haben sich bereits in steigenden Umsätzen während des laufenden Jahres ausgewirkt. Um 2,5 Prozent ist im ersten Halbjahr 1968 der Inlandsabsatz, um 11 Prozent im kontinentaleuropäischen Ausland gestiegen. Der Auftragsbestand ist wesentlich größer als im Vorjahr. Eklatanter Engpaß ist der Mangel an Arbeitskräften, der dazu führen wird, mit Teilen der Produktion ins Ausland auszuweichen. Der konjunkturelle Aufschwung wird sich auch im Ergebnis von 1968 niederschlagen. Für die Kleinaktionäre und Gewinnscheininhaber der Triumph Investex und Triumph Interdress, die für 1967 wieder 7,5 Prozent Rendite oder 1 Prozent mehr als garantiert erhalten, könnte sich dieser Trend ebenfalls günstig auswirken. PGK