Hamburg-Ruhrgebiet: Jetzt kürzer

Ein weiteres Teilstück der Hansalinie ist für den Verkehr freigegeben worden. Man kann jetzt, von Bremen–Hamburg kommend, auf der Autobahn bis Vörden fahren. Der Ort liegt rund 25 Kilometer vor Osnabrück. Es fehlen nun nur noch rund 70 Kilometer der Hansalinie, die Ende November 1968 ganz fertig sein wird.

Autofahrer, die von Hamburg und vor allem von Bremen aus ins Ruhrgebiet oder weiter nach Wuppertal, Köln, Bonn, Aachen oder Belgien und Frankreich fahren wollen, sparen schon jetzt 40 Kilometer, wenn sie die befahrbaren Strecken der Hansalinie benutzen und bei der Überbrückung der fehlenden Teile nicht den Weg über die Bundesstraßen wählen, sondern über Landstraßen fahren (siehe Karte). Der Weg von Bremen ins Ruhrgebiet wird dadurch um rund 40 Kilometer kürzer.

  • Der Weg ist für kleine Wagen lohnend, weil sie über die alte Autobahn Ruhrgebiet–Hamburg auch keinen größeren Schnitt fahren können als auf den angegebenen Landstraßen; aber der Weg ist kürzer.
  • Autos der mittleren Klasse können, trotz der 96 Kilometer Landstraße (einschließlich Stadtdurchfahrt Münster), unter Umständen einen geringen Zeitgewinn erzielen, weil die Autobahnstrecke Kamen–Münster bis jetzt noch wenig und das Stück von Vörden bis Delmenhorst kaum befahren wird. Zumindest fährt man auf diesen Strecken erheblich bequemer.
  • Starke Wagen mit Geschwindigkeiten von über 150 Stundenkilometer können einen erheblichen Zeitgewinn erzielen, da sie auf den genannten Strecken fast ständig Höchstgeschwindigkeit fahren können. Auch auf der Überbrückungsroute ist mit einem mittleren Wagen durchaus ein Schnitt von 75 Stundenkilometern zu erreichen, da die Landstraßen (und ein Stück Bundesstraße 219) gut ausgebaut sind und verhältnismäßig wenig Ortsdurchfahrten haben. Die Strecke ist auch gut beschildert. Schwierigkeiten kann es allenfalls in Wersen geben, wo man zunächst Richtung Westerkappeln (außerhalb der Route) fahren muß, bis wieder ein Ortsschild (Lotte) kommt. In Tecklenburg nimmt man zunächst die Umgehungsstraße in Richtung Lengerich, bis dann der Wegweiser nach Ladbergen zeigt.

Von der Benutzung der neuen Route wird abgeraten, wenn man zu den Hauptverkehrszeiten durch Münster muß: Von morgens sieben bis neun Uhr und von siebzehn bis neunzehn Uhr. Um Münster kann man – im Gegensatz zu Osnabrück – nicht zeitsparend herumfahren. Im Gegenteil: Nicht nur die Ortsdurchfahrt ist in den Hauptverkehrszeiten mühsam, sondern auch die Strecke vom Ortsausgang zur Autobahnauffahrt Münster-Süd (Richtung Ruhrgebiet).

Wer vom Ruhrgebiet nach Bremen–Hamburg will, fährt ab Münster-Süd zunächst Richtung Stadtmitte (und nicht über die Umgehungsstraße) und dann Richtung Greven. hst.