Durch den Nahostkonflikt sind bei der Esso AG, Hamburg, im Jahre 1967 Mehrkosten von rund 200 Millionen Mark entstanden, allein 100 Millionen auf der Transportseite (längere Reisen um das Kap und Charterung teurerer Tonnage). Durch die vorübergehenden Preiserhöhungen bei den Mineralölprodukten im vergangenen Jahr ist es nicht gelungen, die Mehrkosten auszugleichen. Dieses Minus zusammen mit einem durch die Konjunkturflaute verlangsamten Absatzwachstum haben bei der Esso 1967 zu einem negativen Betriebsergebnis geführt. Wenn es dennoch gelungen ist, einen Jahresüberschuß von 11,3 (19,9) Millionen zu erwirtschaften, dann geht dies auf die Rationalisierungserfolge, aber auch auf höhere Beteiligungserträge zurück. Bezieht man den Gewinn auf das Aktienkapital von 850 Millionen, so läßt sich eine "Rendite" von 1,3 Prozent ausrechnen, die Vorstandsvorsitzender Erich Kratzmüller wohl zu Recht als völlig unbefriedigend empfindet.

Nach seiner Prognose wird das Ergebnis des laufenden Jahres noch nicht sehr viel besser werden. Langfristig ist er jedoch optimistischer. Er meint, daß der Bedarf an Mineralölprodukten langsam in die vorhandenen Kapazitäten hineinwachsen wird, bei denen jetzt keine spektakulären Erweiterungen mehr zu erwarten sind. Kratzmüller hofft auf eine "Normalisierung" der Preise, besonders für Heizöl.

Große Aufmerksamkeit widmet die Esso dem Service in allen Bereichen. Nicht nur dem von den Esso-Tankstellen angebotenen Zubehör, sondern auch im Heizölgeschäft. Ermutigend sind nach Auffassung der Esso-Geschäftsleitung die Erfahrungen mit den Esso Motor Hotels, von denen es zur Zeit fünf gibt. kw