Notfalls soll der Arzt mit einem Blick erkennen können, wie er nicht helfen darf: einem Kranken oder Verunglückten, der, bewußtlos oder im Schock, keine Angaben machen kann über erhaltene Bluttransfusionen, Tetanusschutzimpfungen (aktiv oder Serumabgabe), sonstige Impfungen, Langzeitbehandlungen (zum Beispiel Antidiabetica, Insulin, Antikoagulantien, Cortisone, Antihypertonica, Antikonvulsiva), über Anfallsleiden, Schrittmacher, Hämophilie, Prothesen, Herzleiden, Organoperationen ...

Damit ist aufgezählt, was im „Notfall-Ausweis der deutschen Ärzteschaft“ steht; neben den üblichen Daten zu Adresse, Alter, Beruf, einschließlich Lichtbild. Der Ausweis soll die zahlreichen „Unfallpässe“ verdrängen, die so gut wie nutzlos sind. Unter ihnen sei, laut Ärztekammer Niedersachsen, „nicht ein einziger, der alle notwendigen Auskünfte über den Notfall-Patienten gibt“. Sie überschätzten auch den Vermerk über Blutgruppe und Rhesusfaktor (die der Notfall-Ausweis jedoch ebenfalls nennt), weil jeder Arzt ohnehin im Zweifelsfall die Blutgruppe neu zu bestimmen hat; das könne er, wie versichert wurde, sekundenschnell mit der „Kreuzprobe“. Im übrigen würden Bluttransfusionen und Infusionen am Unfallort praktisch nicht vorgenommen; und für Plasmainfusionen bedürfe es gar keiner Blutgruppenkenntnis. Wichtiger sei zu wissen: Langzeitbehandlungen? Gegen Wundstarrkrampf immunisiert? Allergisch gegen Medikamente, die in der Notfallbehandlung häufig verwendet werden?

Den Notfall-Ausweis soll man für eine Mark beim Hausarzt bekommen. Er macht und bescheinigt die Angaben. Gegen geringe Gebühren oder gegen Honorar (das die Kassen nicht erstatten).

Nicht nur Autofahrern wird das Dokument empfohlen: Krankheiten oder Unfälle können jedermann überall ereilen. Gerhard Hölther