Die in- und ausländischen Investment-Fonds bemächtigen sich der Versicherungsidee. Das ist nicht neu, aber die Kombination Investment-Sparen und Versicherungsschutz kommt jetzt erst richtig in Mode. Bislang machten die Lebensversicherer nicht so recht mit. Sie witterten in den Sparplänen der Fonds zu Recht eine bedrohliche Konkurrenz. Das langfristige Sparen auf eine private Altersvorsorge in Verbindung mit der Deckung des Risikos bei frühzeitigem Tod war bisher eine Domäne der Lebensversicherer. Sie versicherten nicht nur das Risiko, sondern verwalteten gleichzeitig die angesammelten „Vermögen“ für die Versicherten bis zum Fälligwerden der Police.

In dieses, seit Jahrzehnten eingefahrene, Geschäft schlugen die in- aber hauptsächlich die ausländischen Fonds eine Bresche. Sie rechneten nämlich den Sparern vor, daß die Verwalter der Fonds mehr aus dem Geld zu machen verstünden als die Versicherungsunternehmen, die vom Gesetzgeber an strenge Anlagevorschriften gebunden seien. Die deutsche Lebensversicherung stellt den Begriff des Risikoschutzes obenan, die Fonds den Gedanken der Vermögensmehrung.

Zunächst glaubten die Versicherungen, die Versicherungsidee der Fonds boykottieren zu können. Aber ihre Einheitsfront zerbrach. Immer mehr Lebensversicherer finden sich bereit, Sparpläne der Fonds zu versichern. So arbeitet zum Beispiel Investors Overseas Services (IOS) in der Bundesrepublik mit dem Deutschen Herold zusammen. Die Union-Investment-GmbH hat jetzt die Raiffeisen- und Volksbanken-Versicherung verpflichtet, Anlagepläne für Unifonds, Europafonds I und Atlanticfonds zu versichern. Die Dresdner Bank liierte sich mit einer Gruppe von zehn namhaften deutschen Lebensversicherungs-Unternehmen, deren Vertreter Zertifikate der Dresdner-Bank-Fonds vertreiben und die Dresdner Bank als Gegenleistung an ihren Schaltern Risikoversicherungen abschließen läßt.

Einige deutsche Lebensversicherer wollen sich aber nicht mit den Brosamen „Risikoversicherung“ zufriedengeben. Die Mannheimer Lebensversicherungs-Gesellschaft AG arbeitet zur Zeit an einem neuartigen Investment-Plan. Die Investment-Sparpläne sollen auf gleichbleibenden Monatsbeiträgen beruhen. Die Laufzeit kann zwischen 5 und 20 Jahren vereinbart werden. Mindestversicherungssumme für den Risikoschutz ist 3000 Mark. Dieser Tarif muß allerdings noch vom Bundesaufsichtsamt genehmigt werden. Eine andere Idee ist die Koppelung von Wertpapier- und Versicherungssparen, wobei die Lebensversicherungsprämien in Aktien angelegt werden sollen. Ob sich das allerdings verwirklichen läßt, bleibt abzuwarten. Geschieht das, ist zu prüfen, ob die Vermögensverwalter der Lebensversicherer ebensoviel aus den Aktien „herauszuholen“ in der Lage sind wie die Anlageexperten der Fonds.

Was kostet der Risikoschutz? Um Ihnen das zu demonstrieren, meine verehrten Leser, nehme ich als Beispiel die Prämien für die Anlagepläne der Union-Investment-GmbH. Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf die jeweils noch zu zahlenden Raten des Anlageplanes. Bei Beginn des Vertrages ist also die Summe aller zu zahlenden Raten versichert, später wird die im Todesfall des Sparers von der Versicherung zu zahlende Summe geringer. Läuft der Anlageplan über 20 Jahre, so sind Prämien für die Risikoversicherung nur in den ersten 15 Jahren zu zahlen.

Nehmen wir an, daß ein Vierzigjähriger einen Anlageplan über 40 000 Mark abschließt, die er in 20 Jahren aufbringen will, so hat er monatlich zusätzlich 28 Mark als Prämie für die Risikolebensversicherung aufzubringen. Und das 15 Jahre lang. Ohne Zins und Zinseszinsen ergibt das einen Betrag von 5040 Mark. Verschenkt wird also auch hier nichts, wobei allerdings vermerkt werden muß, daß die Beiträge zur Risiko-Versicherung als Sonderausgaben bei der Steuer geltend gemacht werden können.

Die ärztliche Untersuchung entfällt bei der Union-Investment-GmbH bis 40 000 Mark Versicherungssumme oder einem Eintrittsalter bis zu 59 Jahren. Das höchste Eintrittsalter beträgt hier 65 Jahre. Der Versicherungsschutz kann um die Unfall-Zusatzversicherung erweitert werden. Bei Unfalltod während der Beitragszahldauer wird zusätzlich die Anfangsversicherungssumme gezahlt. Der monatliche Zusatzbeitrag beträgt 0,13 Mark für je 1000 Mark Versicherungssumme.