Während auf dem deutschen Aktienmarkt die Kurse purzelten (Abschläge von 10 Prozent waren nicht selten), buchten die Aktien der Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG) Gewinne. Seit Jahresbeginn ist dieses Papier allerdings nur um 10 Prozent gestiegen. An der Börse erzählt man sich, daß sowohl die DeutscheBank als auch die Dresdner Bank, die zusammen etwa 42 Prozent des GBAG-Kapitals besitzen sollen, hinter der GBAG-Hausse stehen. Die beiden Institute wollen, so heißt es, die Majorität erwerben, um ihre Verhandlungsposition zu verbessern.

Dahinter steckt angeblich der alte Plan vom Aufbau einer Deutschen Öl AG, in der alle deutschen Ölinteressen zusammengefaßt werden sollen. Voraussetzung ist die Gründung einer Kohleeinheitsgesellschaft, bei der die Veba und die GBAG ihre Zechen abladen können. Wenn es mit der Öl AG nicht klappt, wird das GBAG-Paket den Ausländern angeboten – mit dieser Drohung heizen bestimmte Kreise die Spekulation um die GBAG-Aktien an. K. W.