Die Zeit der Einkaufszentren auf der grünen Wiese ist vielleicht bald vorbei. Es wird in Zukunft nicht mehr genügen, irgendwo vor den Toren einer Stadt Weideland zu kaufen, darauf ein Einkaufszentrum oder einen Verbrauchermarkt zu errichten. Künftig, so bestimmt es die vom Bundeswohnungsbauministerium vorgelegte Baunutzungs-Novelle, muß aus den Bauleitplänen der Gemeinde von vornherein ersichtlich sein, ob ein Verbrauchermarkt in die Raumordnung des Gebiets eingeplant und überhaupt erwünscht ist.

Die Gemeinden haben nämlich Sorgen. Sie fürchten, Einkaufszentren oder V-Märkte könnten sie um den Anspruch bringen, wirtschaftlicher, geistiger und sozialer Mittelpunkt zu sein. Ein Shoppingcenter aber, so meinen sie, könne diese Kommunikations-Aufgaben nicht erfüllen.

Was kann es aber statt dessen? Es kann zahlreiche Menschen herbeilocken, die sich vielleicht weniger für Kommunikationen im allgemeinen, dafür aber um so mehr für günstige Einkaufsmöglichkeiten im besonderen interessieren. Man wird unwillkürlich an die Protestkundgebungen des Deutschen Gewerbeverbandes gegen Einkaufszentren erinnert. Es waren damals hauptsächlich die kleinen und mittelgroßen Einzelhändler, die prinzipiell „dagegen“ waren.

Sollte der geänderte Paragraph 11 der Baunutzungverordnung ein Tribut an die Konkurrenzangst der Kleinen sein? Wird Städtebauförderung im Jahr vor der Bundestagswahl unter der Hand zum Instrument der Mittelstandspolitik? Statt mit Verboten zu arbeiten, könnten sich die Gemeinden doch auch Gedanken darüber machen, wie sie ihre Zentren attraktiver gestalten können. izh.