Düsseldorf Bis zum 8. September 1968, Städtische Kunsthalle: „Henry Moore“

In Deutschland hat man Henry Moore noch nie so umfassend gesehen wie in dieser Jubiläumsausstellung. Der Katalog (der statt der üblichen kunsthistorischen Einführung die Vita des Bildhauers mit Photographien, Briefen, Zeitungsartikeln dokumentiert) verzeichnet 125 Nummern, chronologisch geordnet von 1922 bis 1968. Dagegen ist die Ausstellung nicht chronologisch aufgebaut. Zeitlich entfernte Skulpturen stehen im gleichen Raum, um etwa die Entwicklung eines Motivs durch Jahrzehnte aufzuzeigen oder auch konträre Lösungen in vergleichbare Nähe zu rücken. Im letzten Raum beispielsweise steht das (relativ naturnahe) „Girl“ von 1931 neben einigen späten Marmorskulpturen wie „Upright Form Knife Edge“ von 1966 und „Carving Divided Oval Butterfly“ von 1967–siemarkieren eine neue, eine italienische Phase, die sich nicht aus der vorangegangenen Phase der großen Figuration in den fünfziger Jahren herleitet. In diesen edlen geschmeidigen Gebilden aus Marmor und rötlichem Travertin scheint sich der leidenschaftliche Ausdruckszwang zu harmonisieren, die Erregung sich in abstrakter Glätte abzukühlen. Auch die früheren Phasen sind mit Hauptwerken belegt: „Family“ von 1935 und in der berühmten Bronzefassung von 1948/49, die Gruppe „King and Queen“ von 1953, „Internal and External Forms“ von 1952/53 und der „Warrior with Shield“ von 1953/54, die tragischste Kriegerfigur, die in unserm Jahrhundert entstanden ist, schließlich alle wichtigen Varianten der „Reclining Figure“ von ihrer ersten blockhaften Realisation 1927 bis zur zwei- und dreigeteilten Figur von 1959 und 1961/62.

In einer sehr guten Auswahl wird das zeichnerische Werk präsentiert. Gerade die ersten Skizzenbücher, die schon 1922 einsetzen, sind außerordentlich informativ, weil sie in nuce das Lebenswerk des Bildhauers enthalten: „Ideas for Sculpture“. Auch die berühmten Bunkerzeichnungen aus den Kriegsjahren sind mit besten Beispielen vertreten.

Die Ausstellung geht weiter nach Baden-Baden (15. 11. 68 – 12. 1. 69), Nürnberg (24. 1. bis 16. 3. 69) und Darmstadt.

Karlsruhe Bis zum 22. September 1968, Staatliche Kunsthalle: „Erich Heckel“

Die Ausstellung wird zu Heckels 85. Geburtstag (31. Juli 1968) veranstaltet. Sie zeigt Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus fünfzig Jahren, ausnahmslos Blätter, die Heckel der Karlsruher Kunsthalle gestiftet hat.

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