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interessant zu sein. Der eine Kadaver war ein großer deutscher Schäferhund. Auf der Schleimhaut der Zunge wurden „zwei Splitter einer dünnwandigen Glasampulle“ entdeckt, die Analyse ergab Zyanverbindungen. Verletzungen wurden nicht festgestellt. Die andere Leiche – ein kleinerer, schwarzer Hund – hatte einen Kopfdurchschuß. „Fremdkörper wurden im Maul nicht gefunden“, heißt es im Protokoll. Die chemische Untersuchung ergab dennoch das „Vorhandensein von Zyanverbindungen“. Befund? „Die Todesursachen sind eine Vergiftung durch Zyanverbindungen und eine tödliche Kopfverletzung mit wesentlicher Zerstörung der Gehirnsubstanz.“

Als ich einen der berühmtesten sowjetischen Gerichtsärzte, Professor Dr. Wladimir Michajlowitsch Smoljaninow, fragte, was diese Auskunft besage, antwortete der Professor: „Wissen Sie, das sieht einer sogenannten ‚Toxikologischen Probe’ sehr ähnlich. Dem einen Hund hat man eine Ampulle im Maul zerdrückt, der andere Hund mußte die Ampulle verschlucken und wurde dann erschossen – mit einem Schuß von oben, wie aus dem Protokoll ersichtlich ist.“

Professor Smoljaninows Deutung wird bestätigt durch die Erinnerungen Otto Günsches Hitlers SS-Adjutant): „In einem Gang des Führerbunkers standen Professor Haase (Werner Haase, zeitweilig Vertreter von Hitlers Leibarzt, Professor Brandt) und Feldwebel Tornow, der Hitlers Hund abgerichtet hatte. Haase hielt eine Ampulle mit Zyankali und eine Zange in der Hand. Er hatte von Hitler den Befehl erhalten, den Hund ‚Blondi‘ zu vergiften. An ‚Blondi‘ wollte Hitler die Wirkung des Giftes erproben. Um Mitternach wurde ‚Blondi‘ auf der Toilette vergiftet. Tornow riß dem Hund das Maul auf, und Haase griff hinein und zerdrückte mit der Zange die Giftampulle. Das Gift wirkte auf der Stelle; bald darauf kam Hitler in die Toilette, um sich zu überzeugen, daß ‚Blondi‘ tatsächlich vergiftet war. Er sagte kein Wort, sein Gesichtsausdruck veränderte sich nicht. Nach einer Minute schon kehrte er in sein Arbeitszimmer zurück.“

Der im Protokoll zuerst erwähnte Hund war Hitlers Lieblingshund „Blondi“. Der kleinere Hund war allem Anschein nach „Wolf“, ein Sohn von „Blondi“. Über seine Tötung berichtet Günsche folgendes: „Feldwebel Tornow, Hitlers Hundewärter, war völlig betrunken, rannte im Bunker der Neuen Reichskanzlei herum und schrie: ‚Der Führer ist gestorben, rette sich, wer kann!‘ Unter den Insassen des Bunkers, besonders unter den Verwundeten, entstand eine Panik. Es stellte sich heraus, daß Tornow zuvor die Welpen von ‚Blondi‘, darunter auch ‚Wolf‘, die Hunde von Eva Braun und von Frau Christian (Hitlers Sekretärin) und auch seinen eigenen Hund eigenhändig erschossen hatte.“

Nächste Woche:

Die Obduktionsakte – Eva Brauns Verletzungen – Eine Zahnarztgehilfin identifiziert Hitler – Die Abnormität des Führers – Fiel ein „Gnadenschuß“?