Unter dem Druck der sowjetischen Drohungen versuchte die Prager Parteiführung ihren Reformkurs auf einem Treffen mit dem Politbüro der KPdSU in Cierna durchzusetzen. Unmittelbar vor Beginn der Gespräche wurde die arbeitende Bevölkerung der CSSR zu einem symbolischen Generalstreik von fünf Minuten aufgefordert. Der tschechoslowakische Spitzensportler und Armeeoberst Emil Zatopek verglich das Verhalten der UdSSR mit der Handlungsweise Adolf Hitlers. Mit militärischen Ehren wurde in Prag der in der Bundesrepublik als Spion verurteilte Alfred Frenzel beigesetzt. Das umstrittene Manöver „Schwarzer Löwe“ wurde aus der Nähe der tschechoslowakischen Grenze in den Raum Ulm verlegt.

Kirchliche Nachrichten

Nach Abgabe einer Loyalitätserklärung für den tschechoslowakischen Staat wurde dem Prager Weihbischof Dr. Kajetan Matousek die Ausübung seiner Funktion wieder gestattet. Der in Prag residierende päpstliche Administrator Bischof Frantisek Tomasek sprach dem Parteichef Alexander Dubček sein Vertrauen aus. In einer Enzyklika „Vom menschlichen Leben“ sprach sich Papst Paul VI. gegen jedes künstliche Mittel zur Empfängnisverhütung aus.

Asiatisches

Die Bundesrepublik gewährte Indien für das nächste Finanzjahr einen Kapitalkredit in Höhe von 250 Millionen DM. Das amerikanische Auslandshilfeprogramm wurde entgegen den Wünschen des Präsidenten vom zuständigen Senatsausschuß um weitere 48 Millionen Dollar gekürzt. Thailand verstärkte sein in Südvietnam stationiertes Truppenkontingent. Zum erstenmal wurde ein amerikanischer Luftstützpunkt in Thailand von kommunistischen Guerillas angegriffen. Der oberste Gerichtshof in Seoul hob die Urteile gegen zwölf Südkoreaner auf, von denen fünf aus der Bundesrepublik entführt worden waren.

Abreisen

Der Nahe Osten reagierte mit Nervosität auf die neue Rußlandreise des erkrankten ägyptischen Staatspräsidenten Gamal Abdel Nasser. In Syrien wurde eine Verschwörung gegen den Ministerpräsidenten Joussef Zayyen zerschlagen. Die mit der israelischen Verkehrsmaschine entführten Frauen und Kinder wurden von den algerischen Behörden freigelassen.