Nicht die großen Skandale, sondern die kleinen Pleiten sind schuld daran, daß Käufer unfertiger Eigentumswohnungen gelegentlich um ihr Geld bangen müssen.

Ein durchaus nicht unsolider, keineswegs kriminell veranlagter Bauherr beispielsweise setzte sich vor kurzem in Nesseln, die er selbst gepflanzt hatte. Ihm war genehmigt worden, auf einem Grundstück in der City einer Großstadt ein siebenstöckiges Haus zu errichten, das 17 Eigentumswohnungen enthalten sollte. Das Grundstück kostete 400 000 Mark. 150 000 Mark Eigenkapital des Herrn X stand ein Grundstücksankaufkredit von 250 000 Mark gegenüber, der auf dem Grundstück erstrangig gesichert war. Außerdem gab es auf diesem besonders wertvollen Grundstück noch eine – nachrangige – Besicherung eines Teils der zur Hausbaufinanzierung verwendeten Hypotheken.

Der Bau sollte noch einmal rund 500 000 Mark verschlingen. 60 Prozent davon sollten durch Fremdmittel, vierzig Prozent – als Eigenkapital des Bauherrn – von den Käufern der Eigentumswohnungen aufgebracht werden. Diese sollten ein Drittel des Kaufpreises bei Vertragsabschluß, ein Drittel beim Richtfest und das letzte Drittel beim Einzug bezahlen.

Da es sich, wie gesagt, um einen seriösen Bauherrn handelte, hatte er nichts dagegen, daß ins Grundbuch auf sein Grundstück zugunsten der Käufer sogenannte Vormerkungen eingetragen wurden.

Diese Vormerkungen sind etwas, worauf im übrigen jeder Eigentumswohnungs-Käufer bestehen sollte. Sie beweisen nämlich Dritten – zum Beispiel auch dem Konkursrichter – den Anspruch auf Eigentumsübertragung, und zwar so lange, bis der Käufer sein eigenes Grundbuchblatt hat.

Eines allerdings ist auch bei der Vormerkung zu berücksichtigen: die Hypothekengläubiger des Bauherrn lassen sich nicht – und ließen sich auch im konkreten Fall nicht – darauf ein, die Vormerkungen an erster Stelle eintragen zu lassen. Da dem Bauherrn aber an den Hypotheken viel gelegen ist, wird er seinen Käufern nur nachrangige Vormerkungen anbieten können. Das bedeutet – falls es einmal zur Zwangsversteigerung kommen sollte –, daß die Käufer trotz der Vormerkung in der Regel leer ausgehen.

Dennoch sollte die Vormerkung ein Grundgesetz der Eigentumsübertragung sein. Dabei muß vertraglich ausgemacht werden, daß Zahlungen erst nach dem Eintragen dieser Vormerkung fällig werden.