Was jahrelange Bemühungen des früheren Hamburg-Süd-Chefs Kersten nicht zustande brachten, schaffte jetzt ein britisch-niederländisch-skandinavisches Kartell: Drei deutsche Großreedereien ziehen an einem Strang.

Zusammen mit der Hapag und dem Norddeutschen Lloyd bemüht sich Oetkers Hamburg-Süd-Gruppe um Verkehrsrechte nach Neuseeland. Dagegen sträubt sich jedoch die zuständige Schifffahrtskonferenz, der zu gleichen Teilen britische, niederländische und skandinavische Reeder angehören.

Die deutschen Linienreedereien sind der Ansicht, daß sie – wie vor dem Zweiten Weltkrieg – einen angemessenen Teil der deutschen Ex- und Importe im Neuseeland-Handel transportieren sollten. Bisher ist es lediglich der Hamburg-Süd gelungen, ihre Flagge in neuseeländischen Häfen zu zeigen. Seit 1959 verkehrt ihr Columbusdienst im sogenannten cross trade zwischen den USA und Neuseeland.

Ein Krach zwischen der Neuseeland-Konferenz und dem meat board, der für den Fleischexport zuständigen neuseeländischen Behörde, könnte den Deutschen nun eine Hintertür öffnen. Das meat board, an niedrigen Frachtraten für rohes Fleisch interessiert, könnte einen Außenseiter auffordern, billiger als die Konferenz-Reeder zu fahren.

Der Hamburg-Süd mit ihrem vielen Schiffsraum käme ein solches Angebot sicher nicht ungelegen. Doch Deutschlands Reeder sind traditionell konferenztreu, so daß ihnen nicht viel daran liegen kann, für kurze Zeit „unter Wasser zu schießen“. Hapag, Lloyd und Süd wollen von der Neuseeland-Konferenz eine legale Eintrittskarte. c. b.