Im Jahre 1948 traf Stalins Bannstrahl den ersten Rebellen, den Jugoslawen Tito. In der vorigen Woche konzedierte die Sowjetunion den Tschechoslowaken ihren eigenen, nationalen Weg zum Sozialismus. Dazwischen liegt eine zwanzigjährige Entwicklung: die Erosion des einst monolithischen Ostblocks.

13. April 1948: Tito verweist auf den spezifisch jugoslawischen Weg zum Sozialismus.

27. Juni 1948: Die Kominform verurteilt Jugoslawien wegen der Abkehr vom Internationalismus, der Sitz der Organisation wird von Belgrad nach Bukarest verlegt. Jugoslawien wird aus der Kominform ausgeschlossen.

16./17. Juni 1953: Nach einer generellen Normenerhöhung kommt es in der DDR zu Unruhen. Sowjetische Truppen greifen ein. Der Aufstand bricht zusammen.

14. Mai 1955: In Warschau gründen die UdSSR, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Albanien, die ČSSR und die DDR den „Warschauer Pakt“.

28. Juni 1956: In Posen entwickelt sich ein Protestmarsch der Kohlenarbeiter zur offenen Revolte gegen das Regime Cyrankiewicz, die am 30. Juni von Armee-Einheiten erstickt wird.

21. Oktober 1956: Der rehabilitierte Gomulka löst den Stalinisten Ochab als Parteivorsitzenden ab. Bei einem Besuch in Warschau konzediert Chruschtschow Polen eine gewisse Eigenständigkeit.