Die nigerianisch-biafranischen Friedensgespräche in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba stockten schon am zweiten Tag: Die Delegation der Zentralregierung drohte mit einem Verhandlungsboykott, falls der Abordnung Biafras weiterhin Ausländer angehörten. Angeblich sollen der Eröffnungssitzung am Montag der Informationsminister und ein Luftwaffenhauptmann aus Gabun beigewohnt haben. Gabun und drei weitere afrikanische Staaten unterhalten diplomatische Beziehungen zu Biafra, dessen Recht auf Selbstbestimmung jetzt auch von Frankreich anerkannt wird.

An der Dschungelfront hat Oberstleutnant Ojukwu für die Dauer der Gespräche eine einseitige Waffenruhe angeordnet. Derweil rückten die nigerianischen Truppen auf den letzten Flugplatz Biafras vor, so daß jetzt auch die Hilfs-Luftbrücke in die Notgebiete gefährdet ist.