Von Marc Stahl

Goethe irrte, man hat es bewiesen, sogar der liebe Gott irrte, obwohl sich das schlecht beweisen läßt, und jetzt irrte ein Computer, man denke, der noch vor Goethe und dem lieben Gott kommt.

Ich habe was gegen Computer. Sie sind so unmenschlich. Gleich unsere erste Begegnung war negativ. Ich starrte ihn an, er starrte mich an – wir konnten nichts miteinander anfangen.

Wir waren eine Menge Menschen bei der Besichtigung des Computers, und er besaß einen Impresario, der uns sein Genie erklärte. Ich war der einzige, der immer wieder schrie, er verstünde das nicht; und ich machte mich dadurch sehr mißliebig. Alle andern verstanden ihn zweifellos, denn sie äußerten nichts Gegenteiliges. Sie nickten, vielmehr zu allen Erklärungen sehr weise und fanden ihn großartig- und sagten, das sei doch alles sonnenklar. Sie waren allgemein alle sehr klug, ich war der einzige Dumme, und noch dümmer war, daß ich es sagte.

Das allereinzigste, was ich begriff, war, daß ein Computer mit Daten gefüttert wird. Das ist, wenn man den Unterhalt anderer Maschinen bedenkt, wie etwa die Starfighter, die tonnenweise Sprit saufen, oder Panzer, die auch nicht gerade bescheiden sind, ziemlich billig. Man braucht nur ein gutes Geschichtslexikon, damit macht man ihn für lange Zeit satt. Ich habe vergebens gebeten, daß man ihm vor meinen Augen zu fressen gibt.

Jemand hat ganz laut gesagt, ich verstünde nichts von Technik, das bestätigte ich ebenfalls lauthals, denn ich habe wahrscheinlich etwas gegen sie, genauso wie Chaplin in seinem Film „Moderne Zeiten“. Er wird dann zur Strafe durch eine ganze Reihe Maschinen wie durch den Wolf gedreht, ohne daß er dadurch freundlicher gegen sie gesonnen wird, zum Schluß ist er lediglich leicht verrückt.

So weit wollte ich es bei mir nicht kommen lassen, deshalb fragte ich dem Impresario die Haare vom Kopf, aber ich hörte immer wieder, daß der Computer unfehlbar sei.