Politik

Glassplitter im Munde

Fortsetzung von Seite 4 (So starb Adolf Hitler) AKTE NR. 12 über die gerichtsmedizinische Untersuchung der durch Feuer entstellten Leiche eines Mannes (vermutlich Hitlers Leiche) Berlin Buch, den 8.

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Wirtschaft

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Feuilleton

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Heinrich Schütz: „Dreizehn kleine geistliche Konzerte"; Schreier, Rotzsch, Leib, Adam, Polster, fünf Kruzianer, Leitung: Rudolf Mauersberger; Deutsche Grammophon Gesellschaft Archiv Produktion 198 431, 25 — DM.

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DIE ZEIT

Mord ohne Gericht

Täglich sterben nach allgemeinen Schätzungen etwa 6000 Menschen an Unterernährung – vor allem Kinder. Biafra galt schon immer als einer der am dichtesten besiedelten Teile Afrikas.

Prag siegte bei Cierna

Das Gespenst einer tschechoslowakischen „Konterrevolution“, vor drei Wochen von verschreckten Ideologen und tatendurstigen Strategen mit Eifer aufgebaut, liegt – zunächst wenigstens – wieder in der Mottenkiste.

Eine neue Internationale

Wir muten unseren Lesern in dieser Woche viel zu. Wir muten ihnen zu, ein Memorandum zu lesen, das über vier Seiten der ZEIT geht.

Der schweigsame General

Ein Mann des Widerstandes gegen Hitler kam zu spät aus russischer Kriegsgefangenschaft, um die Anerkennung zu finden, die ihm gebührt.

Sofia – und ein Ende

Am Ende kamen Tränen. Es waren nicht die Schrammen und blauen Flecken, die sozialistische Studenten aus der Bundesrepublik in der Universität von Sofia weinen machten.

ZEITSPIEGEL

„Wir können in einem gewissen Sinne dieses Unverständnis und auch diese Gegnerschaft verstehen. Wir stimmen nicht mit einem Brauch überein, der sich heute leider immer mehr ausbreitet, weil er bequem und nach außen hin günstig ist für die Liebe und das familiäre Gleichgewicht.

Neuer Krieg in Nahost?

Steht die Welt am Vorabend eines neuen Nahostkrieges? Nach dem jüngsten Vergeltungsschlag der israelischen Luftwaffe gegen arabische Guerilla-Basen in Transjordanien sprach Ministerpräsident Eschkol warnend von Parallelen zu den Ereignissen, die im letzten Jahr zum Junikrieg geführt haben.

Streit in der Koalition

Der gallige Streit zwischen CDU/CSU und SPD, den der Bundeskanzler nach seinem Appell an die Koalitionssolidarität bereits für beigelegt hielt, geht weiter.

So starb Adolf Hitler

Am 9. Mai 1945 verfolgte (Wassilij Iwanowitsch) Gorbuschin (vom Abwehrdienst der 3. Stoßarmee in Berlin) eine komplizierte, unklare Fährte.

Zwei Doktrinen werden entlarvt

Zwei Versuche werden häufig gemacht, den Atomkrieg vor der öffentlichen Meinung als einen „gewöhnlichen“ politischen Akt darzustellen.

Die stalinistische Periode

Der Faschismus in Deutschland dauerte zwölf Jahre. Der Stalinismus in der Sowjetunion dauerte doppelt so lange. Beide haben viele gemeinsame Merkmale, aber es gibt auch gewisse Unterschiede.

Die Bedrohung der Geistesfreiheit

Dies ist eine Bedrohung der Unabhängigkeit und des Wertes der menschlichen Persönlichkeit. Nichts bedroht die Freiheit der Persönlichkeit und den Sinn des Lebens so sehr wie Krieg, Armut und Terror.

Die Initiative Prags

Wir sind überzeugt, daß die Kommunisten in der Welt allen Versuchen, den Stalinismus in unserem Land wiederzubeleben, gleichfalls ablehnend gegenüberstehen.

Das Programm für morgen

Die Strategie der friedlichen Koexistenz und friedlichen Zusammenarbeit muß in jeder Weise vertieft werden. Wissenschaftliche Methoden und Prinzipien für internationale Politik müssen ausgearbeitet werden; sie müssen auf der wissenschaftlichen Vorhersage unmittelbarer und mittelbarer Folgen beruhen.

Aus der Obduktionsakte Eva Brauns:

In Anbetracht dessen, daß solche Ampullen in anderen Leichen vorhanden sind – Akten Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, – daß ein bitterer Mandelgeruch beim Sezieren der Leichen entsteht – Akten Nr.

Separativer Föderalismus?

In zwei Artikeln (ZEIT, Nr. 28) hatten der niedersächsische Finanzminister Alfred Kubel und der CDU-Bundestagsabgeordnete Walter L.

Säuberung im Fernsehen

Die erste Reform, die den Mai-Unruhen folgte, galt dem französischen Rundfunk und Fernsehen. Sie änderte wenig an seiner Struktur, etwas mehr an seinen politischen Sendungen, am meisten an der Zusammensetzung seiner Redaktionen.

DDR-Zeitungen

Die Bonner trauen sich nicht allzuviel zu – frohlockte noch vor vier Jahren Walter Ulbricht, als sein Vorschlag, einen Zeitungsaustausch auszuhandeln, im Paragraphengestrüpp der bundesdeutschen Staatsschutz Vorschriften hängenblieb.

Peinliche Küsse

Sie küßten und sie schlugen sich auf die Schultern: Mit Bruderküssen auf beide Wangen verabschiedeten sich auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Ludwig Rosenberg, und der Vorsitzende des Zentralrats der sowjetischen Gewerkschaften, Alexander Scheljepin.

Balkanesisches in Holstein

Die Felsen sind teils von Gott und teils aus Pappe. Um die Naturbühne von Segeberg, nördlich von Hamburg, die sich dem Werk eines einzigen Autors, des Nicht-Dramatikers Karl May, geweiht hat, zu den Schluchten des Balkans zu stilisieren, wird nicht nur die Natur kosmetisch aufbereitet.

Abgekartete Schmiere

Der junge Mann sah das Hakenkreuz, sprang dem Schmierer an den Hals und schrie: „Six millions“. Am 30. Juli 1968 gegen 15 Uhr war der Tourist aus Israel vor dem Bremer Parlamentsgebäude ahnungslos in die Fänge des Regisseurs Peter Zadek geraten.

Ärger mit dem Paradies

Die spendablen Ratsherren von Ludwigshafen baten die heranwachsende Generation ihrer Stadt ins Paradies. Sie hatten eigens für die Jugend einen Prachtbau finanziert, der in der Bundesrepublik als vorbildlich gilt.

Geliebtes Bonn?

Bonns Image ist bedroht. Bonn, einst keltische Niederlassung, römisches Kastell, frühchristliche Kultstätte, Marktvorstadt, Residenz der Kölner Erzbischöfe, dann Beethoven- und Universitätsstadt, Bonn, „in eine reizvolle Parklandschaft eingebettet“, „Ausgangspunkt für Reisen an den romantischen Rhein“, dieses Image ist bedroht.

Mehrheit für Nixon

Auf dem 29. Konvent der Republikanischen Partei in Miami Beach (Florida) begann am Montag der Countdown – und „Tricky Dicky“ Nixon konnte sich bereits als Sieger fühlen.

Versteifte Fronten

Der amerikanische Bombenkrieg geht ins vierte Jahr, die Pariser Gespräche schleppen sich seit zweieinhalb Monaten dahin – doch die Aussicht auf Frieden in Vietnam war lange nicht so düster gewesen wie am vorigen Wochenende.

Erosion des Ostblocks

Im Jahre 1948 traf Stalins Bannstrahl den ersten Rebellen, den Jugoslawen Tito. In der vorigen Woche konzedierte die Sowjetunion den Tschechoslowaken ihren eigenen, nationalen Weg zum Sozialismus.

Bonner Hader ohne Ende

Aus seinem Urlaubsort Bebenhausen reiste Bundeskanzler Kiesinger Mitte voriger Woche nach Bonn, um im Kabinett den Koalitionsfrieden zu retten.

Namen der Woche

Dwight D. Eisenhower (77), US-Präsident von 1953 bis 1960, erlitt den zweiten schweren Herzanfall in sieben Wochen. Sein Sohn John eilte vom republikanischen Konvent in Miami an das Krankenbett im Walter-Reed-Hospital zu Washington.

Gestörter Dialog

Die nigerianisch-biafranischen Friedensgespräche in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba stockten schon am zweiten Tag: Die Delegation der Zentralregierung drohte mit einem Verhandlungsboykott, falls der Abordnung Biafras weiterhin Ausländer angehörten.

Von ZEIT zu ZEIT

Die Preßburger Deklaration konzedierte jeder kommunistischen Partei unter Vorbehalten einen eigenen Weg zum Sozialismus. Der tschechoslowakische Parteichef Alexander Dubček bekannte sich nach den Begegnungen von Cierna und Preßburg zur unbeirrten Fortsetzung des neuen Prager Kurses.

Krach in Nahost

Arabische Terroristen verübten im Juli 96 Anschläge auf die von Israel besetzten Gebiete, entführten eine israelische Verkehrsmaschine nach Algier und schürten die Unruhe in Gaza, über das ein Ausgehverbot verhängt werden mußte.

Warum die lange Aufregung um das Verhältnis von Literatur und Moral?: Literaturstreit von Zürich

Seit zwanzig Monaten lobt er nun schon, der Große Zürcher Literaturstreit. Im Winter 1967 sammelte Walter Höllerers Zeitschrift Sprache im technischen Zeitalter auf über 200 Seiten seine Zeugnisse der ersten Stunde; dann wurde ihm ein ganzes Buch gewidmet, ein Frontbericht von Erwin Jaeckle mit dem Titel „Der Zürcher Literaturschock“; und soeben unterbreitet die Sprache im technischen Zeitalter zehn weitere gesammelte Kampfhandlungen beziehungsweise Analysen von Kampfhandlungen.

Muß Theater so sein?

In diesen Wochen ist es also an den Litfaßsäulen deutlich zu lesen: Theaterferien, Schauspielpause, Ende der Opernsaison. Die Musentempel schließen ihre Pforten, die gläsernen.

ZEITMOSAIK

Ein Londoner Berufungsrichter hat Mitte vergangener Woche Hubert Selbys Roman „Last Exit to Brooklyn“ (soeben veröffentlichte ihn der Rowohlt Verlag in deutscher Übersetzung) freigegeben.

FILMTIPS

Im Fernsehen: „Die Marx Brothers in der Oper“, von Sam Wood. Nur noch in Nummern tobt sich hier die anarchistische Vehemenz der Marx Brothers aus, ein ordentliches Drehbuch befriedet sie und unterwirft ihre Aktionen einem banalen Sinn.

Hier irrte ein Apparat

Wir waren eine Menge Menschen bei der Besichtigung des Computers, und er besaß einen Impresario, der uns sein Genie erklärte.

Geistliche Oper

In zwei Jahren feiern die Salzburger Festspiele ihr fünfzigjähriges Bestehen. Im Laufe der Zeit haben sie sich aus einer Gründung des Worttheaters zu einem Opern-Festival mit deutlicher Tendenz zum Massenspektakulum entwickelt.

Soll man dem Regisseur wohlwollen?

Wer ihm wohl wolle, sagt Hans Hotter, werde ihm bestätigen, daß er von Wieland Wagners Inszenierung soviel wie möglich erhalten habe; wer etwas gegen ihn habe, werde feststellen, daß jetzt dieses oder jenes Detail verändert sei.

Deutsches Beharrungsvermögen

Lehrer haben häufig das Pech, daß ihnen ihre Schüler nicht nur genau aufs Maul schauen, sondern auch mitschreiben, was da im Eifer des Unterrichtsgefechts an Stilblüten hervorsprießt.

Ausländische Kunstkritiker zur IV. documenta (Schluß): Kassel ohne Mittelpunkt

Wie schon die Biennale in Venedig, war auch die documenta in Kassel von der Besetzung durch linke Studenten bedroht. Die Lehren von Venedig, vielleicht auch ein größeres Verständnis für demokratische Spielregeln, bewirkten jedoch, daß man davon absah, nach den enormen und provozierenden Polizeikräften zu rufen, mit denen man in Venedig in einer Mischung aus Dummheit und autoritärem Übermut die Stadt gefüllt hatte.

A.S. über Karl May

Briefe in Menge. Darunter einer von Arne. Schmidt. Ich hätte Aufhebenswerteres erwartet. Der Schluß: „...mit dem Wunsch, daß Sie uns noch lange die lebendige Tradition verkörpern mögen.

Kunstkalender

Nach Bern und Hannover ist Düsseldorf die letzte Station der großen Retrospektive zu Bills bevorstehendem 60. Geburtstag (im Obergeschoß der Kunsthalle, der Hauptteil des Hauses ist Henry Moore vorbehalten).

Weg vom Klischee

Der Name Eduard Mörike hat Klang. Man verbindet mit ihm schwebende Grazie, Anmut, „reine Luft der Poesie“...................

Baudelaire, Verlaine, Char

Der Verlag Luchterhand hatte die vorzügliche Idee, Dichter in einer Paperback-Reihe namens „Porträt und Poesie“, in angenehmem, fast quadratischem Format, dem Leser in verführerische Reichweite zu bringen, wie manche noch so schätzenswerte Monumentalausgaben das nicht erreichen könnten.

ZU EMPFEHLEN

ES ENTHÄLT fast alle Daten, Informationen, Analysen der Pop-Art aus angloamerikanischer Sicht. Dazu hat Lucy R. Lippard für die „Entwicklung von Pop in England“ Lawrence Alloway, für „Pop-Art in Kalifornien“ Nancy Marmer, für „Pop-Ikonologie“ Nicolas Calas als Mitarbeiter gewonnen.

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