Den größten Kursgewinn im Juli 1968 erreichte die Kaufhof-Aktie. Der Bericht des Vorstandes der Gesellschaft, wonach im ersten Halbjahr 1968 der Umsatz gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres um 15,1 Prozent gestiegen ist, lenkte die Aufmerksamkeit einiger Anleger auf dieses Papier. Zu beachten ist allerdings, daß der Umsatz unter Berücksichtigung der erweiterten Verkaufsfläche nur um 5,7 Prozent zugenommen hat.

Kennzeichnend für die labile Tendenz im vergangenen Monat ist, daß von den 30 aufgeführten Aktien nur die Hälfte mit einem Plus abschnitt. Schering blieben unverändert, die restlichen 14 Aktien wiesen mehr oder weniger starke Verluste auf. Im oberen Drittel liegen sämtlich Qualitätspapiere (bis auf die GBAG-Aktien, die durch spekulative Momente nach oben geschwemmt wurden). Am kräftigsten gedrückt wurden im Juli die Eisen- und Stahlaktien, die aber jetzt wieder nach oben streben. Schlußlicht waren Rheinstahl. Im Mai hatten sie mit einem Minus von 17,3 Prozent ebenfalls am Tabellenende rangiert. Veba-Aktien litten im vergangenen Monat unter Tauschoperationen, die zugunsten der GBAG-Aktien vorgenommen worden sind.

Es überrascht, daß sich auch die RWE-Aktien auf der Minusseite befinden. Ihr Markt ist „aufgeweicht“, nicht zuletzt deshalb, weil die Dresdner Bank aus ihren Fonds im ersten Halbjahr 1968 für rund 1,5 Millionen Mark Nennwert RWE-Aktien verkauft hat. Das hat manchen Anleger stutzig werden lassen. Die Bilanzanalytiker halten von anderen Versorgungspapieren mehr. Die starke Bindung von RWE an Kohle und Braunkohle ist Gegenstand ihrer Kritik.

Im Juli 1968 kam es bei den Kursen marktgängiger deutscher Standardaktien zu folgenden Veränderungen (in Prozent):

Kaufhof + 5,2

Deutsche Bank + 4,4

VEW + 3,2