Düsseldorf Bis zum 8. September, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen: „Max Bill“

Nach Bern und Hannover ist Düsseldorf die letzte Station der großen Retrospektive zu Bills bevorstehendem 60. Geburtstag (im Obergeschoß der Kunsthalle, der Hauptteil des Hauses ist Henry Moore vorbehalten). 99 Arbeiten, Malerei und Plastik von 1928–1968, das vielzitierte Beispiel für „konkrete Gestaltung“, eine rationale, reflektierte Kunst, die „Gegenstände für den geistigen Gebrauch“ (Bill) herstellt, und den schöpferischen Impuls durch mathematischen Kalkül zu ersetzen bemüht ist.

Krefeld Bis Ende September, Galerie Denise René Hans Mayer: „12 leading modern artists“

Hans Mayer hat nicht, wie einige seiner Kollegen, während der documenta in Kassel eine Filiale aufgemacht. Aber seine Krefelder Sommerausstellung ist im Hinblick auf die documenta konzipiert. Er bringt, nach Art des Hauses, Kinetik auf internationalem Niveau, mit Spitzenkräften, die auf der documenta nicht vertreten sind, weil sie (Agam, Schöffer, Mack) nicht eingeladen wurden oder (Soto, Le Parc) nicht mitmachen wollten. Man sieht auch drei Mobiles von Calder aus den Jahren 1953 und 1957, eine sympathische Reverenz für den Altmeister und Initiator beweglicher Plastik, der jetzt im Juli, eine Woche vor Henry Moore, 70 wurde, ohne daß unsere sonst so jubiläumsfreudigen Kunstvereine und Museen davon Notiz genommen hätten. Das dritte dieser Mobiles (eine Bodenskulptur, kein Deckenhänger) steht auf dem Dachgarten der Galerie, einem idealen Gelände für kinetische Objekte, neben Rickeys prächtigem Windspiel „Ten rotors, ten cubes“ und einem veränderlichen Stäbe-Arrangement von Agam. Ebenfalls auf dem Plankendach vor Ziegelwänden Schöffers gewaltige „Spatiodynamique 17“ (die kürzlich vor der Düsseldorfer Kunsthalle stand und in Krefeld an einen amerikanischen Sammler verkauft wurde) und Rickeys mit Handkurbel zu betreibender „Space Churn“ in einer roten Variante. Im Keller seiner Galerie hat Hans Mayer eine mit allen farbigen und kinetischen Finessen ausgestattete Dunkelkammer etabliert, mit Beiträgen von Demarco, Megert, Boto, Vardanega, Gerstner, Rossi und Sobrino.

Weiterhin im Programm: Düsseldorf Bis zum 8. September, Städtische Kunsthalle: „Henry Moore“

Hat Moore figurativ angefangen und dann die Richtung zur Abstraktion eingeschlagen? So liest man’s häufig, seltsamerweise sogar bei Moore selber („Meine Plastik rückt immer mehr von der Wiedergabe ab, sie wird immer weniger eine äußere Kopie, sie wird, was manche Leute abstrakt nennen würden ...“). Aber man sieht es in Düsseldorf anders. Seit den dreißiger Jahren sind beide Komponenten potentiell vorhanden, treten abwechselnd in Erscheinung, die Abstraktion dominiert schon 1935/36, wird von der großenFiguration der vierziger Jahre abgelöst, während im Spätwerk beide Tendenzen koexistieren.

Köln Bis zum 25. August, Kölnischer Kunstverein: „Antoni Tapiès“