Auf dem 29. Konvent der Republikanischen Partei in Miami Beach (Florida) begann am Montag der Countdown – und „Tricky Dicky“ Nixon konnte sich bereits als Sieger fühlen. Nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur Associated Press fehlten ihm in der Nacht zum Mittwoch nur noch 66 Stimmen zur Nominierung als Präsidentschaftskandidat im ersten Wahlgang.

Doch bis zuletzt wurde im glutheißen Miami um Delegierte und Publicity geworben. Gouverneur Rockefeller, nach Nixon der aussichtsreichste Bewerber, rechnete damit, daß sich viele Delegierte erst im zweiten oder dritten Wahlgang – und dann für ihn entscheiden würden. Als letzter meldete schließlich auch noch der kalifornische Gouverneur Reagan offiziell seine Bewerbung an.

Bei Eröffnung des Parteitags hatte Senator Dirksen die Wahl-Plattform verkündet, deren konservativer Tenor auf Nixon abgestimmt ist. Der einstige Vizepräsident unter Eisenhower, dessen „Küchengespräch“ mit Chruschtschow in Moskau 1959 Aufsehen erregt hatte, kündigte an, er werde nach seiner Wahl in die sowjetische Hauptstadt reisen und sich auch um eine Verbesserung des Verhältnisses zu Paris bemühen.