Von Joachim Schwelien

Miami Beach, im August

Über der riesigen Kongreßhalle von Miami Beach in Florida, die achtzehntausend Menschen faßt, schwebt in der orangenen Farbe des Gaststaates – dem Land der Apfelsinen – ein gigantischer Ballonelefant, das Wahrzeichen der Republikanischen Partei. Die schmucken Girls, die für Richard Nixon, Nelson Rockefeller oder Ronald Reagan „auf die Straße gehen“, überbieten sich in unermüdlich werbendem Lächeln, die Hilfskolonnen der Partei, der Landesdelegationen, der Sicherungs- und Geheimdienste treten sich gegenseitig auf die Füße und lassen den 1333 stimmberechtigten Delegierten und ebenso vielen Ersatzdelegierten sowie den Berichterstattern kaum Raum, sich zu bewegen.

Aus diesem Chaos aber wird, so will es die Partei, ein neues Regierungsprogramm der Republikaner hervorgehen, das ihr nach langen Jahren der Entwöhnung von der Macht wieder den Schlüssel zum Weißen Haus geben soll.

So groß die Kontraste in der Republikanischen Partei geblieben sind, so stark die Schichten und die Strömungen, die sie repräsentiert, auf diesem Parteitag rivalisierend miteinander im Wettstreit liegen, so sichtbar ist doch die Veränderung, die sich seit der Aufstellung des rechtsextremen Kandidaten Barry Goldwater und seiner katastrophalen Wahlniederlage gegen Lyndon Johnson im Jahre 1964 vollzogen hat.