Auf meine Fragen beschrieben Käthe Heusermann und Fritz Echtmann die Zähne Hitlers in allen Einzelheiten aus dem Gedächtnis. Ihre Angaben über die Brücken, Kronen und Zahnfüllungen entsprachen genau den Eintragungen der Krankengeschichte und den Röntgenbildern, über die wir verfügten. Dann wurden ihnen die Kieferknochen, die der männlichen Leiche entnommen worden waren, zur Identifizierung vorgelegt. Frau Heusermann und Echtmann erkannten sie eindeutig als die Adolf Hitlers.

Danach baten wir die Dentisten im gleichen Verfahren, die Zähne von Eva Braun zu beschreiben. Als die beiden unsere Fragen eingehend beantwortet hatten, legten wir ihnen die Goldbrücke vor, die beim Sezieren von den Zähnen der weiblichen Leiche abgenommen worden war.

Käthe Heusermann und Fritz Echtmann sagten sogleich, daß dieser Zahnersatz Eva Braun gehöre. Dabei fügte Fritz Echtmann hinzu, daß die eigenartige Konstruktion der für Eva Braun gefertigten Brücke seine eigene Erfindung sei und kein Zahnprothetiker bisher eine ähnliche Befestigungsmethode angewandt habe.“

Frau Heusermann wurde mehrmals vernommen, am 10. Mai von Gorbuschin selbst. Hier ist die wichtigste Stelle der Vernehmung:

Frage: Es werden Ihnen eine Oberkieferzahnbrücke und ein Unterkiefer mit Zähnen vorgelegt. Ist Ihnen bekannt, wem diese Zähne gehören?

Antwort:-Die mir vorgelegten Zähne gehören dem deutschen Reichskanzler Adolf Hitler. Im Oberkiefer links sieht man hinter dem vierten Zahn eine deutliche Spur, die beim Durchsägen der Goldbrücke mit der Bohrmaschine entstand, als der sechste Zahn gezogen wurde. Diese Zahnextraktion wurde von Prof. Blaschke unter meiner Assistenz im Herbst (1944) vorgenommen...

Nach der Vernehmung von Frau Heusermann und Echtmann zweifelten die gerichtsmedizinischen Sachverständigen nicht länger an der Identität der Leichen. Ich fragte Prof. Krajewskij, an welche Einzelheit dieser denkwürdigen Expertise er sich heute noch am lebhaftesten erinnere: „Wohl an den bitteren Mandelgeruch, der von allen wahrgenommen wurde. Für einen Pathologieanatomen oder Gerichtsmediziner spricht dieser Geruch eine deutliche Sprache: Vergiftung mit Zyanverbindungen.“