Was fremd ist, ist unsympathisch. Man braucht gar nicht an den Fremdenhaß der Chinesen oder anderer ferner Völker zu denken. Auch dem biederen Deutschen sind Ausländer, fremde Einflüsse und fremdes Geld bis auf den heutigen Tag unheimlich geblieben.

Den Berufsfragern des Allensbacher Instituts für Demoskopie erklärte jeder dritte befragte Bundesbürger, daß er ausländische Kapitalbeteiligungen an der deutschen Wirtschaft für nachteilig halte. Ein Drittel der Interviewten hatten keine Meinung und nur jeder fünfte hielte ausländisches Kapital in Deutschland für nützlich. Die Bayern hegen offensichtlich Ausländern gegenüber das stärkste Mißtrauen. 41 Prozent von ihnen qualifizierten ausländische Wirtschaftseinflüsse als schlecht.

Nun kann man über Auslandskapital in der deutschen Wirtschaft sicherlich die unterschiedlichsten Ansichten vertreten. Nachdenklich stimmen nur die Argumente, mit denen die ablehnende Haltung begründet wurde: Man wittert Abhängigkeit vom Ausland und fürchtet Abfluß deutscher Gelder, man argumentiert einleuchtend, deutsche Unternehmen müßten in deutschen Händen bleiben.

Alldeutscher geht’s nicht. mj