Scherzend, meinte Dr. Ing. Gerd Stieler von Heydekampf: „Wir haben unsere Dividende um 25 Prozent erhöht.“ Doch fünf Prozent sind für den Benjamin unter den deutschen Automobilwerken keine imponierende Zahl.

Das Problem des Neckarsulmer Unternehmens ist nach den Worten des Finanzchefs Baumann denn auch „nicht die Liquidität oder die Solidität der Bilanz, sondern die Rentabilität“. Die Sorge ist verständlich für ein Unternehmen, das bisher nur Kleinwagen und Wagen der unteren Mittelklasse verkaufte und davon zwei Drittel im Ausland.

Deshalb die Entwicklung des Wankel-Luxusautos Ro 80, das NSU „gesellschaftsfähig gemacht und das Interesse von Leuten geweckt hat, die NSU vorher nicht angeguckt haben“ (Heydekampf); deshalb auch die Entwicklung des Mittelklassewagens K 70 (1,7 Liter, 90 PS), der im Frühjahr 1969 auf den Markt kommen wird. Größere Autos – bessere Rentabilität.

Sorgen macht dem Vorstand auch die Produktion. „Wir sind nicht mehr sortiert“, klagte Vertriebschef Zimmermann. „Die Brötchen kommen noch warm auf den Markt.“ Lager sind nicht vorhanden. Da der Inlandsmarkt Vorrang hat, müssen seit dem 2. März die Lieferungen für den Export (noch immer 63 Prozent) zugeteilt werden, manchmal nur die Hälfte der Bestellungen.

Bei einem Auftragsüberhang von 15 000 Wagen fehlt die Produktion von sechs Wochen. In Italien, im Vorjahr Hauptexportland, werden Käufe mit Lieferfristen bis Ende September abgeschlossen. Dabei bietet das Land noch einen ausbaufähigen Markt, denn NSU hat die Appeninhalbinsel erst bis zur Höhe Roms erschlossen.

Dennoch, eine Kapazitätsausweitung wird nur vorsichtig „in kleinen Schritten“ erfolgen, nicht zuletzt deshalb, weil es kaum noch Arbeitskräfte gibt. Produktionsziel für dieses Jahr: 125 000 Wagen (plus 22 000), Umsatzerwartung: 530 Millionen Mark.