Ein Atomkrieg kann nicht mehr im Sinne von Clausewitz als eine Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln betrachtet werden. Ein Atomkrieg wäre der allgemeine Selbstmord.

Zwei Versuche werden häufig gemacht, den Atomkrieg vor der öffentlichen Meinung als einen „gewöhnlichen“ politischen Akt darzustellen. Der eine ist das Konzept des „Papiertigers“, das Konzept des verantwortungslosen maoistischen Abenteurers. Der andere ist die von wissenschaftlichen und militärischen Kreisen in den Vereinigten Staaten ausgearbeitete strategische Doktrin der Eskalation. Ohne den Ernst verkleinern zu wollen, der in dieser Doktrin steckt, wollen wir nur vermerken, daß die politische Strategie der friedlichen Koexistenz ein wirksames Gegengewicht gegen diese Doktrin ist.

Völlige Vernichtung von Städten und Industrie, das Ende jedes Erziehungswesens, die Vergiftung von Äckern, Wasser und Luft durch Radioaktivität, physische Zerstörung des größeren Teils der Menschheit, Armut, Barbarei und die genetische Degeneration der Überlebenden unter der Wirkung der Radioaktivität, mit einem Wort die Vernichtung der materiellen und geistigen Grundlage der Zivilisation ... das wäre das Verderben, das die Welt als Ergebnis der Entfremdung der zwei Supermächte bedroht.

Jedes vernünftige Wesen, das plötzlich am Rande eines Abgrundes steht, versucht zunächst vom Rand wegzukommen und denkt erst dann an die Befriedigung anderer Bedürfnisse. Wenn die Menschheit vom Rand des Abgrundes wegkommen will, muß sie ihre Spaltung überwinden.

Ein wichtiger Schritt hierzu wäre eine Revision der traditionellen Methode der internationalen Außenpolitik, die man „empirisch-konkurrierend“ nennen könnte. In der einfachsten Definition ist dies eine Methode, die auf ein Höchstmaß an Verbesserung der eigenen Stellung gerichtet ist, ohne Rücksicht auf allgemeine Wohlfahrt und gemeinsame Interessen.

Wäre Politik die Sache von zwei Glücksspielern, so wäre dies die einzig mögliche Methode. Wohin aber führt eine solche Methode in unserer konkreten Lage?

In Vietnam wenden die Kräfte der Reaktion, ohne daß sie auf den Gleichklang nationalen Willens hoffen könnten, die Macht militärischen Druckes an. Sie verletzen alle gesetzlichen und moralischen Normen und begehen schamlose Verbrechen gegen die Menschheit. Ein ganzes Volk wird dem erklärten Ziel geopfert: die „kommunistische Flut“ aufzuhalten.