Das Erdbeben von Koyna in Indien, das im Dezember 1967 zweihundert Opfer forderte, ist mit großer Wahrscheinlichkeit ausgelöst worden durch den Stausee von Koyna. In einem Aufsatz in der britischen Wissenschaftszeitschrift „New Scientist“ zählt der Seismologe Professor J. P. Rothé, Generalsekretär der Internationalen Gesellschaft für Seismologie und Geophysik, eine Reihe weiterer Fälle auf, in denen Erdbeben in bislang bebenfreien Zonen auftraten, just nachdem der Stausee eines neuerrichteten Staudamms seine volle Wasserfüllung erreicht hatte. Außer dem Boulderdamm-Stausee in den USA, der in den dreißiger und vierziger Jahren Beben verursachte, waren auch dem Bau des Kariba-Damms in Ostafrika, des Monteynard-Damms in den französischen Alpen sowie Staudämmen in Spanien und Griechenland Erdbebenschwärme gefolgt. G. A. H.