Von Kurt Wendt

Freimütig, wie es die Art amerikanischer Manager ist, meinte Dr. Werner Kunkler lachend: "Wir haben alle das gleiche Ziel, nämlich viel Geld zu verdienen." Doch Kunkler ist kein Amerikaner, er ist Deutscher – in internationalen Diensten.

Wir saßen beim Mittagessen unter einem Zeltdach neben der Genfer Villa "Bella Vista", deren Eigentümer einst die Zahnpasta-Firma Colgate war. Heute gehört der Besitz der "Investors Overseas Services Ltd. (S.A.)" – kurz IOS genannt –, jener Gesellschaft, der der frühere Vizekanzler Erich Mende jetzt seine Dienste widmet und die er damit zwischen Nordsee und Alpen populärer gemacht hat als jede andere Investmentgesellschaft.

Bernard Cornfeld, Gründer und oberster Chef des Konzerns, hatte seine Manager für drei Wochen an den Genfer See gerufen, um die künftige Marschroute der IOS zu beraten. Im Handelsregister von Panama eingetragen, wird die Gesellschaft in der Praxis von Genf aus geleitet.

"Sehen Sie", schwärmte Kunkler, "bei uns geht es genauso international zu wie bei der UNO."

In der Tat, die am Seeufer versammelte Gesellschaft war international, wenn auch Amerikaner und Engländer das Hauptkontingent für das Top-Management stellen. Nur zwei Deutsche haben es bisher zu höheren IOS-Ehren gebracht: Mein Tischnachbar, General-Manager Kunkler, als Mitglied des Board of Directors der "IOS National Fund Management Comp." und General-Manager Raimund Herden als Mitglied des Verwaltungsrates der "IOS Financial Holdings Ltd.", der Bankgesellschaft der IOS.

Kunkler beackert im übrigen für seine Firma jetzt Berlin, nachdem er vorher in München war, und Herden ist zuständig für Norddeutschland.