Nasser will mit dem Suezkanal nicht gleichzeitig seine Kasse versanden lassen. Der Suezkanal brachte den Ägyptern jährlich rund eine Milliarde Mark. Jetzt wollen sich die Ägypter eine neue Einnahmequelle erschließen.

Im Golf von Suez hat man – so die Kairoer Zeitung Al Ahr am – ein unterseeisches Erdölfeld entdeckt. Parallel des Suezkanals plant Nasser den Bau einer 330 Kilometer langen Pipeline.

Nasser will sich mit dieser Ölleitung jene Devisen besorgen, die ihm bis vor Jahresfrist die 1700 Schiffe einbrachten, die monatlich den Kanal passierten. 70 Prozent davon waren Tanker.

Die Ölreedereien reagierten auf die letzte Sperrung des Kanals mit dem Bau von Tankern, die 150 000 Tonnen Tragfähigkeit und mehr haben. Um 1970 werden etwa 150 Schiffe dieser Größe auf den Weltmeeren verkehren. Für die Riesentanker ist der Weg durch den Suezkanal nur bei der Leerfahrt interessant. Beladen müssen sie de Route um das Kap der Guten Hoffnung nehmen.

Die Suez-Pipeline könnte die Riesentanker zwingen, nur noch zwischen den Kopfstationen von Nassers Leitung und den europäischen öllagern, beziehungsweise dem Bestimmungshafen zu verkehren. Dies wird nach dem Bau der Pipeline der billigste Weg für das Öl nach Europa sein.

Hart betroffen von der immer noch anhaltenden Sperre sind dagegen die Fracht- und Postdienste. Der von den Schiffahrtskonferenzen festgesetzte Suez-Aufschlag bewegt sich bei den Strecken nach Nah- und Fernost zwischen zehn und 17,5 Prozent. Der Dienst zum Roten Meer hat sich sogar um 50 Prozent verteuert.

Die Fahrzeiten nach dem Nahen und Fernen Osten haben sich um drei bis 55 Tage verlängert. Die längeren Reisezeiten zwingen die Reeder dazu, mehr Schiffe einzusetzen. Im Liniendienst ist nicht die Ladung des einzelnen Schiffes, sondern die regelmäßige und zügige Bedienung der Routen entscheidend.