Deutschlands Waffenhändler werden einige ihrer besten Kunden verlieren, wenn die Länderbehörden ihre geplanten Novellen zum Waffenerwerb verwirklichen. Vorerst jedoch ist man in Deutschland von einer strengen und einheitlichen Regelung noch weit entfernt.

Die deutsche Waffenindustrie – führende Unternehmen sind die Firmen Walther in Ulm und Sauer und Sohn in Eckernförde – produziert im Jahr für den zivilen Bedarf Waffen und Munition für 140 Millionen Mark. Die Fachhändler setzen jährlich etwa zwei Milliarden Mark um. Ein Großteil ihres Geschäftes machen die Händler mit Textilien und Zubehör für Jagd und Sport.

Daneben gedeiht in Deutschland ein schwer kontrollierbarer Markt mit gebrauchten und geschmuggelten Waffen, Insgesamt erreicht der Handelsumsatz mit Waffen eine Höhe von schätzungsweise 300 bis 500 Millionen Mark.

Die Behörden wollen den Bundesbürgern nun den Spaß an der eigenen Waffe verderben. Sie setzen da an, wo es für sie am einfachsten, für den Handel am mißlichsten ist – beim offiziell genehmigten Waffenerwerb.

Der Dorn im Auge der Behörden ist die Großzügigkeit, mit der Pistolen an Jagd- und Waffenscheinbesitzer verkauft werden. Das Gegenmittel ist der Waffenerwerbsschein, der gesondert beantragt werden muß und nur zum Kauf einer einzigen Pistole berechtigt.

In den meisten Bundesländern erhält ein Jäger heute noch mit einem gültigen Jahresjagdschein Pistolen in unbegrenzter Zahl

Deutschland zählt, obwohl jeder Bürger Gewehre aller Kaliber frei kaufen darf, bereits zu den Ländern mit den strengsten Waffengesetzen. Die Verbände des Fachhandels meinen, daß nun mit der Erschwerung eine ganze Gruppe diskriminiert und nur eirige schwarze Schafe getroffen würden.