Die Rechnung der documenta-Foundation e. V., deren Graphik-Angebot der Finanzierung des kostspieligen Ambienteprogramms der 4. documenta dient, scheint aufzugehen. Das Kaufinteresse der Besucher in Kassel – bisher waren es über 70 000 – ist über Erwarten groß, obwohl es sich bei den zum Verkauf stehenden Graphiken und Objekten überwiegend um Kostproben avantgardistischer, nicht etablierter Kunst handelt.

Andreas Vowinckel, der Geschäftsführer der Foundation, die ihr Büro in den Räumen des Kasseler Fridericianeums hat, konnte bis zum vergangenen Wochenende bereits einen Umsatz von über einer Viertelmillion Mark verbuchen. Als „Bestseller“ erwies sich eine Farbserigraphie des Amerikaners Kenneth Noland, von der trotz des relativ hohen Preises von 500 Mark bereits 80 Exemplare (Gesamtauflage 150) verkauft werden konnten. An zweiter Stelle rangiert eine Serigraphie des französischen Neu-Realisten Arman, von der zwei Drittel der verfügbaren Auflage von 75 Exemplaren zum Preis von 200 Mark als verkauft gemeldet werden. Besonders lebhaft gefragt waren außerdem Lithographien und Siebdrucke von Robert Indiana, Nicholas Krushenik, Tom Wesselmann, Robert Rauschenberg sowie die Kleinskulpturen von George Rickey und die Holzobjekte von Tony Smith.

Die Foundation bereitet einen Angebots-Katalog für die noch zur Verfügung stehenden Arbeiten vor, der in einer Auflage von 2000 Exemplaren an interessierte Galerien, Museen und Kunstvereine verschickt werden soll.

Von den in der documenta ausgestellten Arbeiten, die größtenteils ebenfalls zu haben sind, werden alle sieben Ölbilder von Albers – zu Preisen von je 32 000 Mark – als verkauft gemeldet. Ein deutsches Museum hat sich das „Restaurant Window“ des Amerikaners George Segal gesichert – für annähernd 50 000 Mark. Ernsthafte Interessenten haben sich außerdem gemeldet für größere Objekte von Oldenburg und Christo.

Die erste Auflage des documenta-Katalogs (zwei Bände für zusammen 40 Mark) ist fast vergriffen; eine zweite, erweiterte und verbesserte Auflage ist in Vorbereitung. b.