Auf dem Kronenverschluß steht K-Cola, auf der Flasche Coca-Cola, und das Getränk in der Flasche sieht aus, riecht und schmeckt wie Coca-Cola. In der Originalflasche mit dem ungewohnten. Verschluß schwappt die bislang perfekteste Nachahmung des erfolgreichsten Getränks dieser Erde.

Der Geniestreich gelang dem ägyptischen Chemiker Kamel Iskander. Er mixt einen Aromastoff, der von dem geheimnisvollen Aroma „7 X“ der amerikanischen Coca-Cola-Chemiker nicht mehr zu unterscheiden ist.

Iskanders chemischer Witz rettete die arabische Welt in letzter Minute vor einer selbst heraufbeschworenen Katastrophe. Im Vorderen Orient ist Coca-Cola längst zum Nationalgetränk avanciert, doch die Politiker setzten den braunen Saft auf die Boykottliste.

Die amerikanische Coca-Cola-Company schloß vor rund zwei Jahren mit einem israelischen Abfüller einen Vertrag über die Lieferung des geheimnisvollen Syrups „7 X“ nach Israel. Coca-Cola ließ sich auf dieses Geschäft nur widerwillig ein. Wie es heißt, gab der starke Druck zionistischer Kreise in den USA den Ausschlag.

Coca-Cola riskierte damit den Verlust eines seiner größten Märkte. Im Vorderen Orient bestanden Lieferverträge mit 38 Abfüllstationen. Fast alle arabischen Länder verhängten prompt den Boykott über den braunen Saft.

Die arabischen Abfüller, die selbst Millionen in das Geschäft gesteckt hatten, erreichten schließlich einen Aufschub bei ihren Regierungen für die Umstellung auf ein anderes Getränk.

Danach begann eine hektische Suche nach einer Ersatzmixtur für „7 X“. Die Ägypter entschieden sich für „Sicola“, ein deutsches Produkt. Kamel Iskander gelang dann in diesem Jahr der große Wurf für den ehemaligen libanesischen Hauptkonzessionär von Coca-Cola.