Hamburg Bis zum 1. September, Altonaer Museum: „Christian Frederik Hansen“

Hansen hat für Hamburg und Altona ungefähr die gleiche Bedeutung wie Schinkel für Berlin. Alles, was sich hier an klassizistischer Architektur erhalten hat, beispielsweise die Palmaille, stammt von ihm. Der dänische Architekt, Hauptvertreter des Klassizismus in Nordeuropa, war Landesbaumeister in Schleswig-Holstein. 170 Entwurfszeichnungen von Bürgerhäusern und Herrensitzen, großen Kopenhagener Repräsentationsbauten (Schloß Christiansborg), aber auch solche von klassizistischen Mühlen und Kalköfen sind in Altona ausgestellt.

Hannover Bis zum 8. September, Kestner-Gesellschaft: „Jesus Raphael Soto“

Schon bevor die documenta anfing, wurde die Geschichte eifrig kolportiert. Soto, zur documenta eingeladen, wollte nur mitmachen, wenn auch Heinz Mack, den er für den bedeutendsten deutschen Künstler hält, dabei wäre. Aber nicht Mack, sondern Uecker kam auf die documenta, und so muß man, wenn man in diesem Sommer Soto sehen will, statt nach Kassel nach Hannover fahren. Mack revanchierte sich für die noble Geste, indem er die Solo-Ausstellung eröffnete: „Die virtuelle Bewegung im artifiziellen Raum ist ein künstlerisches Problem, das mich ebenso wie andere Künstler seit Jahren fasziniert; aber kein Künstler hat sich so entschieden, so bedingungslos, so unwiderrufbar seiner Aufgabe gestellt, wie Soto ... Durch ihn ist die Stille der Bewegung sichtbar geworden.“ Anders als Le Parc und Schöffer arbeitet Soto nicht mit technischen Apparaturen. Er schafft keine beweglichen Objekte, sondern Vibrationsbilder. Er betrachtet sich als Maler, nicht als Konstrukteur. Der kinetische Effekt entsteht durch die Bewegung des Betrachters. Er beruht auf einer Bewegungsillusion, die Solo mit den einfachsten Mitteln erreicht. Er verwendet zwei räumlich getrennte Ebenen, die sich gegeneinander verschieben. So werden freihängende Drähte oder Würfel oder festmontierte Blechplatten vor einer strukturierten Bildfläche angebracht, die im Augenblick des überschneidens das lineare System in Vibration versetzen. Durch diese optische Manipulation wird die Linie in reine Schwingung transformiert, wird, nach Sotos eigenen Worten, „Stoff in Energie verwandelt“. Innerhalb der sich langsam herausbildenden Hierarchie der Kinetiker zählt Soto entschieden zur Spitze.

Weiterhin im Programm:

Düsseldorf Bis zum 8. September, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen: „Henry Moore“

Auch die Tale Gallery, die selber eine große Moore-Retrospektive veranstaltet, hat für die Düsseldorfer Jubiläumsschau wichtige frühe Skulpturen und eine Auswahl der Kriegszeichnungen beigesteuert.