Labormäuse, die 75 Minuten lang kämpfenden Mäusen zuschauen konnten, waren danach deutlich aggressiv gestimmt, ganz ähnlich wie Fernsehzuschauer, die Gewalttaten auf dem Bildschirm verfolgen. Mit ihren Mäuseversuchen aber konnte das Forscherehepaar Dr. Bruce und Annemarie Welch von der Tennessee-Universität jetzt erstmals nachweisen, daß der psychische Reiz des Miterlebens kämpferischer Auseinandersetzungen zu chemischen Veränderungen im Gehirn führt. In einigen Hirnteilen hatte der Gehalt an dem Nervenhormon Noradrenalin deutlich abgenommen. Das Hormon leitet und überträgt Reize im Gehirn. Forschungen der vergangenen Jahre hatten bereits zu dem Verdacht geführt, daß ein enger Zusammenhang besteht zwischen dem Noradrenalin-Spiegel einerseits und der Spontaneität, der motorischen Aktivität und Aggressivität andererseits. G. A. H.