Hamburg

Dieses Freibad hat keinen Betonboden, sagte der Bademeister, „unten ist ‚Mulsch‘, deshalb wirkt das Wasser trübe, und man kann es nicht keimfrei machen. Falls der Verschmutzungsgrad jedoch zu hoch ist, müssen wir schließen. Meine Badegäste sagen sich ‚Rein in die Natur‘ und duschen vorher selten.“

Ich ging in das nächste Freibad und fragte dort den Bademeister, ob das Wasser keimfrei ist. „Dieses Freibad hat einen Betonboden“, sagte er, „über die Hälfte unserer Freibäder können infolgedessen keimfrei gehalten werden; das Wasser wird regelmäßig ‚umgewälzt‘, täglich erneuern wir auf diese Weise acht bis zehn Prozent, außerdem wird das Wasser jeden Tag vier- bis sechsmal herausgeholt und über eine Filteranlage gereinigt.“

„Was alles im Wasser passiert“, sagte ich. „Kinder machen immer ins Wasser“, sagte der Bademeister, „Erwachsene weniger, und Harnstoffe kann man nicht nachweisen; jahrelang hat man es vergeblich versucht. Vielversprechend ist übrigens die Uzon-Wasseraufbereitung, dadurch werden Harnstoffe abgebaut, umgewandelt und kalt verbrannt.“ Den Bademeister in dem anderen Freibad fragte ich, warum so wenig Leute unter der Dusche stünden.

„Die meisten Badegäste stürzen sich bei diesem Wetter gleich ins große Becken“, sagte der Bademeister. „Wenn sie erst duschen würden, ginge auch nicht viel Schmutz herunter; sie müßten sich unter der Dusche gründlich waschen. Allerdings werden Fett, Haare und Hautteilchen, die sich beim Schwimmen lösen, durch sogenannte Filmmittel bei der Wasserreinigung ausgeflockt. Und – Chlor hilft immer.“ Ben Witter