Von Uwe Nettelbeck

Auf der in der Zeitschrift Filmkritik errichteten „Tribüne des jungen deutschen Films“ erschien im März dieses Jahres Werner Herzog. Da las ich ungefähr dies:

Werner Herzog, dessen Streifen „Lebenszeichen“ inzwischen in den Kinos der Bundesrepublik angelaufen ist, wurde am 5. September 1942 in München geboren, wo Herzog (eigentlich Kaiser) 1961 das Abitur machte. Seinen Universitätsstudien in München und Pittsburg folgten Reisen nach England, Griechenland, Mexiko und last but not least in den Sudan, den Werner Herzog zur Zeit der Kongo-Krise besuchte. 1966 arbeitete Herzog in den USA in einem Fernsehsender und war auch wie noch heute sein berühmterer Namensvetter Wernher von Braun mit Auftragsarbeiten für die NASA über Forschungen an neuen Antriebssystemen für Raketen beschäftigt.

Von Werner Herzog stammen die Kurzfilme „Herakles“ (1962, neue Fassung 1965), „Spiel im Sand“ (1964, neue Fassung 1966), „Die beispiellose Verteidigung der Festung Deutschkreuz“ (1966, noch keine neue Fassung) und „Letzte Worte“ (1968, ebenfalls noch keine neue Fassung). Der Spielfilm „Lebenszeichen“ (ex „Feuerzeichen“) wurde vom Kuratorium Junger Deutscher Film gefördert; das dem Film zugrunde liegende Drehbuch erhielt außerdem den begehrten Carl-Mayer-Preis.

Als deutscher Beitrag zu den Berliner Filmfestspielen 1968 wurde der Film „Lebenszeichen“ mit einem Bundesfilmpreis des Bundesministers des Inneren ausgezeichnet. Während der Preisverleihung in der Berliner Kongreßhalle kam es allerdings zu einem Zwischenfall: Des Protokolls nicht achtend, bat Werner Herzog den Bundesminister des Inneren ums Wort und erklärte, daß er Wert darauf lege, zu dieser Auszeichnung weder nein noch danke zu sagen.

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Werner Herzog über Werner Herzog: Von dem Moment an, wo ich selbständig denken konnte, habe ich gewußt, daß ich Filme machen würde.