Auch am Rothenbaum in Hamburg wurde in diesem Jahr zum erstenmal „offen“ gespielt. Als letzter Amateur schied Wilhelm Bungert in fünf Sätzen gegen den südafrikanischen Profi Drysdale im Halbfinale aus. Am Tage zuvor hatte der Deutsche in einem Marathon-Match über dessen Landsmann Maud obsiegt, wobei er mit Paradebällen glänzte, aber auch Babybälle vergab. Nach Hamburg war nur ein guter Bungert gekommen, der beste Bungert war in Düsseldorf geblieben.

Internationaler Meister von Deutschland wurde der Australier Newcombe, der mit 6:3, 6:2, 6:4 Drysdale keine Chance ließ. Nur selten blitzten Weltklasseschläge in der eintönigen Partie der beiden Profis auf, die von einem böigen Wind beeinträchtigt wurde.

Eine Riesenüberraschung gab es im Herrendoppel, wo die Zufallskombination Okker (Holland) / Riessen (USA) die Wimbledonsieger Newcombe / Roche mit 6:4, 6:4, 7:5 besiegen konnten. Hinterher hieß es allerdings, Newcombe habe an Bauchschmerzen gelitten. A. M.