Jawohl, eine Lanze für „Prospekt ’68“. (DIE ZEIT, Nr. 29 vom 19. Juli) Der Verein progressiver deutscher Kunsthändler e. V. winkt von Köln hinüber ins 30 Kilometer entfernte Düsseldorf und wünscht Glück und Erfolg. Wer könnte so töricht sein, sein Herz einem Prospekt zu verschließen, der „so etwas wie eine Avant-Premiere des Ausstellungsprogramms avantgardistischer Galerien für die gerade anbrechende Saison“ verspricht. Außerdem ist es nur zu natürlich, daß ein erfolgreiches Unternehmen wie der im Herbst 1967 erstmals in Deutschland durchgeführte Kunstmarkt in Köln Schule macht und Nachahmer findet.

Auch ist es nur allzu verständlich, daß sich die Düsseldorfer Veranstalter, der Künstler und Galerieinhaber Konrad Fischer und der Kunstkritiker Hans Strelow, in das Niemandsland der Kunstrichtungen von morgen begeben, um ihre Verkaufsausstellung wenigstens optisch vom Kölner Kunstmarkt abzusetzen.

Wenn aber Herr Hans Strelow zu der Feststellung kommt, daß die Veranstalter des Kölner Kunstmarktes beschlossen hätten, denjenigen deutschen Händler anzuschließen, der sich an „Prospect ’68“ beteiligen würde, so ist hierzu folgendes richtigzustellen: Nachdem die Initiatoren von „Prospect ’68“ in Düsseldorf ihre Verkaufsausstellung (vom 20. bis 29. September) zeitlich dermaßen unglücklich an den schon bewährten Kölner Kunstmarkt (vom 15. bis 20. Oktober) und seine anerkannt vorbildliche Ausstellung im Kunstverein herangerückt hatten, hielten es die Galeristen vom Kölner Kunstmarkt für angebracht, ihren Mitgliedern und Gästen für das Jahr 1968 eine alternative Entscheidung zwischen einer Teilnahme in Düsseldorf oder Köln abzuverlangen. Von einem Ausschluß vom Kölner Kunstmarkt schlechthin war nicht die Rede. Die Gründe für einen solchen Beschluß sind in dem natürlichen Interesse des Vereins zu finden, seinen ausländischen Gästen und den eigenen Mitgliedern den ohnehin knapp bemessenen Ausstellungsplatz abzusichern.

Und zum Schluß, um unsererseits die Abgrenzung zwischen Kunstmarkt und „Prospect ’68“ zu markieren: die am Kunstmarkt in Köln beteiligten zwanzig inländischen Galerien mit ihren sechs namhaften ausländischen Gästen, haben sich zum Ziel gesetzt, dem Publikum ein reiches ausgewähltes Angebot der Kunst von heute vorzulegen, sowie die Qualität aus der nahen Vergangenheit zu vermitteln. Otto van de Loo

(Vorsitzender des Vereins progressiver deutscher Kunsthändler)