Als besonders wachstumsfreudig hat sich im Konjunkturaufschwung dieses Jahres die Chemie erwiesen. Für die ersten sechs Monate melden die großen Drei der deutschen chemischen Industrie, Farbenfabriken Bayer, Farbwerke Hoechst und die Badische Anilin- und Soda-Fabrik, Rekordumsätze.

An der Spitze sind die Farbwerke Hoechst, die mit einem Umsatzzuwachs von 17,1 Prozent nicht nur die höchste Wachstumsrate aufweisen, sondern mit ihrem Weltumsatz von 3,68 Milliarden Mark erstmalig auch den Gruppenumsatz von Bayer überrundeten.

Bei Bayer stieg der Weltumsatz um 15 Prozent auf 3,62 Milliarden Mark. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, daß Bayer den Umsatz von Beteiligungsgesellschaften nur in dem Ausmaß ihrer Beteiligungen berücksichtigen, während Hoechst den Umsatz von Beteiligungsgesellschaften, an denen sie mit mehr als 50 Prozent beteiligt sind, voll ihrem Weltumsatz zurechnen. Bei der BASF stieg der Gruppenumsatz um 9,8 Prozent auf 2,56 Milliarden Mark.

In Umkehrung der Entwicklung des vergangenen Jahres stieg bei allen drei Chemieunternehmen der Inlandsumsatz stärker als die Exporte. Auch die Ertragslage hat sich verbessert. Bei Bayer hat sich der Gewinn nach Steuern um rund 15 Prozent, bei der BASF um 7,5 Prozent erhöht, während Hoechst die Ertragslage ebenfalls als befriedigend bezeichnet.

Die stürmische Aufwärtsentwicklung ist vor allem auf das im Vorjahr als besonders kritisch bezeichnete Fasergeschäft – auch im Inland – zurückzuführen. Neben der verbesserten Absatzlage haben sich auch die Preise wieder gefestigt.

Für das zweite Halbjahr wird mit einer gleichbleibend guten Entwicklung gerechnet, so daß der Bayer-Weltumsatz auf rund 8 Milliarden, Hoechst auf rund 7,7 Milliarden und die BASF auf etwa 5,3 Milliarden Mark kommen werden.

mh.