Axel Springer fühlt sich attackiert. Dieses Mal nicht von Studenten, die „Enteignet Springer“ rufen, sondern von der Günther-Kommission.

jene Kommission, vor einem Jahr von der Bundesregierung eingesetzt, hatte unter anderem die Aufgabe – mit dem Präsidenten des Bundeskartellamtes, Eberhard Günther, an der Spitze –, die Folgen der Konzentration im Pressewesen für die Meinungsfreiheit in der Bundesrepublik zu untersuchen. Ein Mitglied dieser 17köpfiger Kommission war auch Verleger Axel Springer, der allerdings im September vorigen Jahres ausschied. Der Grund des Ausscheidens: Differenzen wegen des Vorsitzenden Günther.

Von den verbliebenen sechzehn Mitgliedern der Kommission stimmten zwölf dem Schlußbericht mit Ja zu. Es waren unabhängige Zeitungsfachleute, Verleger und Journalisten, die Maßstäbe festlegten, von wo ab die Meinungsfreiheit gefährdet (bei 20 % der Auflage) oder gar beeinträchtigt (bei 40 %) sei. Der Bericht hat keinerlei Gesetzeskraft, sondern ist lediglich Diskussionsgrundlage – als nächstes haben die Politiker das Wort.

Axel Springer hat nun auf 21 Seiten ein Verteidigungsplädoyer verfaßt, in dem er nur von sich selber spricht. Dabei geht es um mehr als um Axel Springer und sein Eigentum. Es geht um die Pressefreiheit schlechthin, und diese ist nicht nur eine Freiheit der Verleger. Sie zu garantieren, hier Richtlinien zu erarbeiten und Maßstäbe zu setzen, wollte die Kommission mithelfen. Nichts weiter. v. K.