Die bilateralen Besprechungen zwischen Prag und den orthodoxen Parteien des Ostblocks wurden überraschend mit einem Besuch Walter Ulbrichts in Karlsbad eröffnet. Beim Verlassen der Tschechoslowakei versprach der jugoslawische Parteichef Josip Broz-Tito seinem Gastlande auch für die Zukunft nachdrückliche Unterstützung. Die Liberalisierungspolitik der tschechoslowakischen KP erhielt kräftige Impulse durch die Veröffentlichung des Entwurfs eines neuen Parteistatuts. Zwischen Bukarest und Warschau entstand eine lebhafte Pressefehde.

Manöver

Der DDR-Staatsratsvorsitzende empfahl (nicht ohne Vorbehalte) den Austausch „ordnungsgemäß bevollmächtigter Missionen“ mit der Bundesrepublik. Ein Magdeburger Krankenhaus erhielt auf unbürokratisch schnellem Wege von der Universitätsklinik Gießen ein chirurgisches Instrument zur Operation eines lebensgefährlich erkrankten Kindes. Im südlichen Gebiet der DDR und Polens sowie in der westlichen Ukraine begannen neue Manöver von Nachrichteneinheiten der Warschauer Paktorganisationen. Moskau stellte einen neuen Überschalldüsenjäger in Dienst. Die sowjetische Regierung beschloß eine Erhöhung der Produktion von kosmetischen Präparaten.

Zielfehler

Bei Hué setzten die Amerikaner zum erstenmal auf dem vietnamesischen Kriegsschauplatz bei einer größeren Operation Luftkissenboote ein. Infolge Zielfehlers eines amerikanischen Düsenjägerpilotens wurden in Südvietnam acht US-Soldaten getötet und fünfzig verwundet. Der südvietnamesische Staatspräsident Nguyen Van Thieu tadelte die Jugend seines Landes wegen Drückebergerei. Das militärische Oberkommando des Vietcong kündigte die „letzte entscheidende Generaloffensive“ an. Hanois Sonderbeauftragter Le Duo Tho reiste über Peking und Moskau zum Konferenzort Paris zurück.

Der jordanische „Rote Halbmond“ beschuldigte Israel der Verwendung von Giftgas und Napalm beim Luftangriff auf Guerillabasen. Zwei syrische Flugzeuge vom sowjetischen Typ MIG-17 landeten auf einem israelischen Militärflugplatz. Über Möglichkeiten eines Friedens im Nahen Osten sprachen in London der israelische Außenminister Abba Eban und UN-Sonderbeauftragter Gunnar Jarring.

Sparzwang