In Starnberg, Oberbayern, gibt es ein Bierlokal, genannt „Hubertus-Klause“. Unter diesem Namen ist es freilich selbst Stammgästen unbekannt. Wer hingegen nach „101 Biere“ fragt, wird auf den richtigen Weg gewiesen.

Besitzer von „101 Biere“ ist Georg Opel. („Eine Bierreise zu Opel ohne Auto lohnt sich.“) Die Bierkarte ist so umfangreich, daß selbst der Wirt anscheinend die Übersicht verloren hat. „101 verschiedene Biere aus 15 Ländern“ steht an dem Titelblatt der vierseitigen Bierkarte, und in einer Kopfzeile: „101 Biere aus 18 Ländern.“ Zusammen mit dem „Spezialbier“ des Hauses (im Zinnkrug serviert) und drei Malzgetränken werden aber sogar 105 Biere angeboten. Sie kommen aus Belgien, derCSSR, Dänemark, der DDR, England, Finnland, Frankreich, Griechenland, Holland, Irland, Japan, Luxemburg, Mexiko, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, den USA, Venezuela und aus der Bundesrepublik. Das sind zwanzig Länder.

Das billigste Angebot: Bräuwastl Pils aus Weilheim in Oberbayern, die Flasche zu einer Mark. Oder Nürnberger Siechen Export zu einszwanzig. An der Spitze der Preisskala steht das englische Oyster Stout von der Isle of Man zu vier Mark, gefolgt vom Andeker in der Blumenvasenflasche aus den USA, dem Bass-Pale-Ale und dem Bass-Porter (London) sowie den japanischen Sapporo- und Asahi-Bieren zu jeweils drei Mark pro Flasche. Die meisten weltbekannten Gerstensäfte sind für 2,50 Mark zu haben. Darunter Carlsberg und Tuborg Porter, beide aus Dänemark, Leipziger Sternburg Porter, Guiness aus Irland, Zywiec Porter aus Polen (22 Prozent), Echt Grärzer Rauchbier aus Polen und aus Berlin, Wroclaw Beer aus Breslau, ferner Caracas Pilsener und Caracas mit sieben Prozent Alkohol, beide aus Venezuela. Für zwei Mark kann man unter Budvar (Budweiser), Radeberger und Wernesgrüner Pils aus der DDR oder Pilsener Urquell wählen.

In Verlegenheit bringen kann man den Wirt kaum („70 000 Biere immer vorhanden“). Auch die Speisekarte ist reichhaltig. Die Spezialitätenplatte für zwei Personen (elf Mark) zum Beispiel reicht erfahrungsgemäß auch für drei oder sogar vier Personen aus. Zum „101 Biere“ gehört auch ein Hotel garni. Bettpreis zehn Mark. Frühstück mit Ei drei Mark.