Dieser Sommer wird für viele französische Touristen, ein teurer Sommer. Ausländische Banken haben nur noch wenig Vertrauen in die französische Währung. Der Franc ist in wenigen Wochen so schwach geworden, daß europäische Banken französische Banknoten nur noch unter dem offiziellen Kurs umtauschen.

In Hamburg werden für 100 Franc nur noch 70,50 Mark gegeben. Vor der Krise waren es noch 80 Mark. Für 75,50 Mark können aber Deutsche 100 französische Franc erwerben. „Wir wollen keine französischen Banknoten“, bemerkte lakonisch ein deutscher Bankangestellter.

Die ausländischen Banken können zur Zeit auf ihre Konten in Frankreich keine französischen Noten überweisen und die Notenbank übernimmt kein französisches Geld.

Nicht nur die Deutschen sind mit französischen Franc vorsichtig geworden. Auch andere ausländische Banken haben sich für die heimliche Abwertung entschieden und tauschen französische Franc nur unter dem offiziellen Kurs. In Brüssel zum Beispiel ist der Kurs genau 10 Prozent niedriger als der offizielle Kurs. In der Türkei sogar um 38 Prozent.

Die japanischen Importeure haben beschlossen, den Zahlungsverkehr mit dem kommunistischen China vorläufig mit Dollar, statt wie bisher mit französischen Franc abzuwickein.

Ausländische Aktien, die an der Pariser Börse gehandelt werden, werden mit einem Zuschlag von 10 bis 15 Prozent auf ihre Heimatkurse verkauft. Die französische Regierung möchte damit die Flucht in ausländische Wertpapiere bremsen. Sie erwägt sogar, den Kauf von Auslandswerten mit einer Sondersteuer zu belegen.

Gleichzeitig aber will die französische Regierung die Franzosen zu höheren Konsumausgaben verlocken. Das hohe Staatsdefizit von 13 Milliarden soll auf 10 Milliarden reduziert werden. Eine Steigerung des Konsums würde die Kassen wieder füllen. 92 Prozent aller Einnahmen des Staates sind Steuern und 60 Prozent davon sind direkt vom Konsum abhängig.