Es klingt so einfach: man verwende beim Wohnungsbau mehr vorgefertigte Elemente als bisher, und schon sinken die Baukosten und Mieten. Auf der Ausstellung „Fertigbau 1968“ in Dortmund wiederholte Bundeswohnungsbauminister Lauritzen dieses Patentrezept.

Es ist jedoch längst kein Geheimnis mehr, daß der Fertigbau durchaus nicht immer billig, sondern oft sogar merklich teurer ist als die konventionelle Bauweise. Der durch höhere Transportkosten belastete Fertigbau bietet erst bei großer Serie wirklich zu Buche schlagende Preisvorteile. Erst wenn in großer Serie am Fließband – oft sogar an Ort und Stelle – vorproduziert wird, können durch rationelle Schnelligkeit am Bauplatz Lohnkosten eingespart werden.

Das ist nun keineswegs ein Votum gegen den Fertigbau. Niemand mehr würde heute auf die Idee kommen, man käme auch ohne ihn zurecht. Ob dafür ausgerechnet der in absehbarer Zeit gesättigte Wohnungsmarkt das Paradebeispiel sein sollte, steht dahin. Der wachsende Wunsch nach individuellem Wohnen ist dem Bau mit Fertigteilen abhold.

Umgekehrt sind die Verhältnisse bei kommunalen Bauten. Hier wird schnörkelfreie Zweckmäßigkeit bundesweit immer größer geschrieben, und damit steigen gerade hier die Fertigbau-Chancen. izh