Wirtschaft

Kooperation

1s „außerordentlich begrüßenswert" empfindet die Raiffeisen- und Volksbanken Versicherungsgruppe, Wiesbaden, nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Dr.

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DIE ZEIT

Deutsche Schande

Wieder rollen sowjetische Panzer über eine Grenze, steht ein Volk ohnmächtig am Straßenrand und sieht schweigend dem Einmarsch der Zwingherren zu – wie 1956 in Ungarn.

Ulbrichts Triumph

Seit dem 21. August braucht Ulbricht kein Entspannungs-Alibi mehr. Er muß sich weder vor Isolierung im Sowjetblock noch vor Unruhe in der eigenen Partei mehr fürchten.

Die Sprache der Bajonette

Kaum drei Wochen nach dem Burgfrieden von Bratislava hat sich die sowjetische Führung zu jenem Schritt hinreißen lassen, zu dem ihr das kurzsichtige Denken ihrer Militärs schon lange riet.

Neue Garde in Lissabon

Zum erstenmal seit 1962 hat Antonio de Oliveira Salazar, der seit mehr als vierzig Jahren mit diktatorischen Vollmachten die Geschicke Portugals steuert, sein Kabinett von Grund auf umgebaut: Sieben Minister und fünf Staatssekretäre sind verabschiedet und durch neue, bisher meist politisch wenig hervorgetretene Männer ersetzt worden.

ZEITSPIEGEL

„Aus verschiedenen Staaten vernahmen wir im heurigen Jahr Kunde von schweren Unruhen, welche große psychologische Erschütterungen zur Folge hatten, denn dieses Mal kämpfte nicht eine Klasse oder Rasse gegen die andere, sondern die Spaltung ging mitten durch die Familie.

An die Adresse der Regierungen:

Jedermann weiß es oder kann es wissen: Der Bürgerkrieg in Biafra ist zum Völkermord gesteigert worden. Die Zentralregierung in Lagos verursacht durch ihre Blockade täglich den Hungertod von mehreren tausend Zivilisten, hauptsächlich Kindern.

Der Völkermord in Biafra

In Lagos wurde die Devise ausgegeben: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Und so soll denn nun die letzte umfassende Offensive das zustande bringen, was den Diplomaten und Vermittlern nicht gelang, die Beendigung des Krieges.

Unmündige Christen?

Wer sein Taufversprechen halten und in der Kirche den Glauben suchen will, konnte nur verstört und beschämt die päpstliche Enzyklika „Humanae vitae“ zur Kenntnis nehmen, erschrocken vor der Unaufrichtigkeit dieses Sendschreibens, das vorgibt, an alle Menschen guten Willens gerichtet zu sein.

Verjährung

Justizminister Heinemann hat sich nicht abschrecken lassen, weder durch den hinhaltenden Widerstand des Koalitionspartners noch durch die Überlegung, sein Vorstoß könnte möglicherweise unpopulär sein.

Yippie-Sturm auf Demokraten-Konvent

Im Grant-Park von Chikago soll, wenn der Parteikonvent der Demokraten beginnt, auf einem blaubezogenen Kissen ein neuer Präsidentschaftskandidat Amerikas in diesem Wahljahr präsentiert werden – ein drei Monate altes Ferkelchen, das den Namen „Lyndon Pigasus Pig“ trägt.

„Sie sollten nicht so viel fragen...“

Bundestagsabgeordnete der CDU/CSU und der FDP bescheinigten vor einigen Wochen nach Gesprächen mit der griechischen Regierung den führenden Männern der Junta „tiefen Ernst und spürbares Verantwortungsbewußtsein“.

Namen der Woche

Dwight D. Eisenhower (77), der amerikanische Ex-Präsident und General, wurde am Sonntag zum siebentenmal von einer Herzattacke heimgesucht.

Von ZEIT zu ZEIT

Starke Streitkräfte des Ostblocks besetzten die Tschechoslowakei. Die westliche Welt reagierte empört und bestürzt auf die Vorgänge in der CSSR.

Stoß ins Herz von Biafra

Die Streitkräfte der nigerianischen Zentralregierung sind Anfang der Woche zum entscheidenden Stoß auf das Herzland Biafras angetreten, wo sieben Millionen Ibos, davon drei Millionen nahe dem Hungertod, in der Falle sitzen.

Demokraten vor schwerer Wahl

Die Delegierten des am Montag in Chicago beginnenden Parteikonvents der Demokraten werden ihren Präsidentschaftskandidaten hinter Stacheldraht wählen müssen.

Ministertreffen in Leipzig?

Am Wochenende wurde in Bonn bekannt, daß DDR-Außenwirtschaftsminister Horst Sölle seinem Bonner Kollegen Karl Schiller in einem formlosen Schreiben seine Bereitschaft zu Gesprächen bestätigt habe.

Chronik einer Tragödie

14. Juli: Warschauer Konferenz der UdSSR, Polens, Ungarns, Bulgariens und der DDR. Prag hatte eine Teilnahme abgelehnt und zweiseitige Gespräche innerhalb der CSSR vorgeschlagen.

Über Schreibschriften und Politik

Der Journalismus des bedingten Reflexes durfte sich wieder überschlagen. Lesern des Hamburger Abendblattes beispielsweise wetterte er so entgegen: „Die haßerfüllte Besessenheit Ulbrichts, möglichst alle Gemeinsamkeiten im geteilten Deutschland zu beseitigen, hat eine neue Blüte getrieben.

Aus den Hauptstädten der Welt: Rom – Auflösung der Literaturfamilie

Kapitel literarischen Lebens, das man bisher für glücklich und fruchtbar gehalten hatte, plötzlich zu Ende gegangen. Unter Protesten, Anschulsolidesten und Selbstbezichtigungen platzten die solidesten Einrichtungen des Literaturbetriebes, die Literaturpreise Premio Strega und Premio Viareggio: Die Preisgekrönten wiesen die Auszeichnungen als „demütigend und unannehmbar“ zurück, die Preisrichter verließen die Jury, die Mäzene verschlossen die Geldbeutel.

MICHAEL

Er war ein schwieriges Kind, als Helga kam – er hat sich, Gott sei Dank, großartig verändert seither. Wie so ein junges Weibsstück sowas zustande bringt – ganz ohne Erfahrung und obgleich sie Kinder sonst gar nicht besonders mag, glaube ich.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Jean-Philippe Rameau: „Hippolyte et Aricie“; Shirley-Quirk, Tear, Baker, Hickey, Woodland u. a., Englisches Kammerorchester, St.

FILMTIPS

„Sie will’s wissen/Ich bin neugierig – blau“, von Vilgot Sjöman. Noch einmal hält die dicke Lena Leuten das Mikrophon unter die Nase und schießt scharfe Fragen ab: Was nehmen Sie, Pessar oder Kondom? Und noch einmal zieht die dicke Lena sich aus: um in einem See zu baden zum Beispiel.

Kunstkalender

1927 hatte der Hannoveraner Museumsdirektor Alexander Dorner zusammen mit seinem Freund El Lissitzky das erste „abstrakte Kabinett“ in einem öffentlichen Museum aufgebaut, „eine revolutionäre Tat mit echtem Zukunftswert“, schreibt Walter Gropius zur Wiedereröffnung, der beispielhafte Versuch eines Museumsdirektors, seinem Publikum die noch nicht etablierte, die kommende Kunst verständlich zu machen.

ZEITMOSAIK

Papst Paul VI. hat die katholischen Priester der unruhigen baskischen Provinzen Guipúzoa angewiesen, sich aus der Politik herauszuhalten.

Wolf Biermann:: Mit Marx- und Engelszungen

Drei Jahre liegt das Erscheinen der „Drahtharfe“ inzwischen zurück – seitdem hat der Ostberliner Dichter Wolf Biermann („kein Zuckersack, doch Kommunist“) geschwiegen, freiwillig jedenfalls nicht: Es war und ist ein Boykott über ihn verhängt, dessen Einzelheiten, lächerlich, wenn sie nicht so ernst wären, entgegen den Wünschen seiner Urheber allerdings auch dafür gesorgt haben, daß Biermann nicht vergessen wurde, um so weniger, als er heute mit seinem Ja zum Sozialismus und seinem Nein zu dessen totalitären Versionen zumindest außerhalb seiner DDR längst nicht mehr so allein steht, wie es vor ein paar Jahren noch schien.

Er schrieb wie ein Herrscher

Von allen, die selbst nie gemalt haben, haben zwischen Guillaume Apollinaire und Pierre Restany wenige die Malerei unseres Jahrhunderts nachhaltiger beeinflußt als André Breton.

Fleisch oder Feuer

Mit einunddreißig Jahren schrieb Marina Zwetajewa (an einen ungenannten Adressaten) die charakteristischen Sätze: „Menschen wie Sie haben Kunst, Gesellschaft, Freundschaften, Zerstreuungen, Familie, Pflichten, ich habe bis ins Innerste NICHTS.

ZU EMPFEHLEN

ES ENTHÄLT die fünf Poetik-Vorlesungen, die Reinhard Baumgart im Winter 1967 an der Universität Frankfurt gehalten hat. Ihr Gegenstand: das realistische Erzählen gestern, heute und vielleicht morgen.

Das Recht im andern Deutschland

Die kommunistische Hälfte Deutschlands und Europas lebt unter einem Recht, das uns trotz mancher Bemühungen politischer Bildungsinstitute nur wenig bekannt ist.

Zwei neue Zeitschriften für Juristen

Auf einem Acker, der jahrzehntelang brachlag, werden bald bunte Blumen blühen. Die Saat ist schon im Boden. Vor einiger Zeit wurde in der „Neuen Juristischen Wochenschrift“ (NJW) für den kommenden Herbst das Erscheinen einer „Zeitschrift für Rechtspolitik“ angekündigt.

Fernsehen: Kein Stück von Nossack

Vielleicht wird man einmal von den Schriftstellern der fünfziger Jahre sagen: Statt mit Behauptungen aufzutrumpfen, stellten sie Fragen; Aussagen setzten sie in Anführungszeichen; der Konjunktiv war ihnen sympathischer als der Indikativ, die Möglichkeit plausibler als die Wirklichkeit; da sie nicht mehr glaubten, daß es möglich sei, jeden Menschen seiner Klasse, seinem Alter, seinem Charakter entsprechend zu kleiden, probierten sie ihren Figuren alle möglichen Gewänder an, tragische und komische, feierliche und obszöne, und überließen es dem Leser, darüber zu befinden, welche die passendsten seien.

Rückblick auf Kommendes

Bin ich ein Prophet, weil ich heute schon sage, wie es hinterher gewesen sein wird? Es wird sehr anstrengend, ziemlich enttäuschend und leider, leider immer kommerzieller geworden sein.

Ein Mädchen gerät unter die Soldaten

Den zur Ledigkeit verdammten (?) Soldatenstand, der sich deshalb mit Heißhunger, List und Tücke über reputierliche Bürgertöchter hermacht, gibt es nicht mehr.

Die Apfel-Schieber von Ferrara

In Südfrankreich leben Autofahrer zur Zeit gefährlich. Empörte Bauern machen die Straßen unsicher. Aus Unmut über die schlechten Preise kippten aufsässige Landwirte Pfirsiche, Birnen und Pflaumen tonnenweise auf die Landstraßen.

Abstinenz

Ruhe an der Steuerfront hatte Bundesfinanzminister Strauß seit einiger Zeit für den Rest der Wahlperiode empfohlen. Zwei Urteile des Bundesverfassungsgerichts zwingen ihn jetzt dazu, seinen löblichen Vorsatz zu durchbrechen.

Illusionen

Es klingt so einfach: man verwende beim Wohnungsbau mehr vorgefertigte Elemente als bisher, und schon sinken die Baukosten und Mieten.

Kurt Wendt:: Pokerspiel um eine Bank

In den Augen vieler Leute ist die Wertpapierbörse immer noch eine dubiose Einrichtung, die cleveren Spekulanten zu Reichtum verhilft und wo der ahnungslose Bürger meist die Zeche zahlen muß.

Rückständig

Deutschlands größter Waschmittelhersteller ist zugleich sein schweigsamster. Die Düsseldorfer Henkel-Gruppe läßt sich nach wie vor nicht in die Karten sehen.

Ölindustrie: Auf dem Weg zu eigenen Quellen

Bundeswirtschaftsminister Schiller bat die in Deutschland tätigen internationalen Mineralölgesellschaften nach Bonn und erhielt wichtige Zugeständnisse für seine Pläne, eine unabhängige deutsche Mineralölgesellschaft aufzubauen.

Bauarbeiter müßte man sein...

Deutsche Unternehmer in allen Branchen bemühen sich wieder um Gastarbeiter. Der Aufschwung in den letzten Monaten hat die Zahl der Arbeitssuchenden auf knapp 200 000 gedrückt, während die Zahl der offenen Stellen auf fast 590 000 stieg.

Reifenindustrie: „Aber billig muß es sein“

Deutsche Reifenhersteller planen einen gemeinsamen Feldzug gegen die Importe billiger Reifen. Sie wollen eine „zweite Marke“ kreieren und damit die billige und, wie es heißt minderwertige Konkurrenz aus dem Markt drängen.

ZEITRAFFER

Die amerikanischen Autoproduzenten wollen den Kleinwagenimporten aus Europa und Japan mit eigenen Wagen dieser Klasse begegnen.

Frankreich: Die heimliche Abwertung

Dieser Sommer wird für viele französische Touristen, ein teurer Sommer. Ausländische Banken haben nur noch wenig Vertrauen in die französische Währung.

Die Reformer zurückgepfiffen

Eine Begegnung zwischen Bundeswirtschaftsminister Schiller und dem Außenhandelsminister der DDR, Sölle, ist in greifbare Nähe gerückt.

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