Drei Jahre liegt das Erscheinen der „Drahtharfe“ inzwischen zurück – seitdem hat der Ostberliner Dichter Wolf Biermann („kein Zuckersack, doch Kommunist“) geschwiegen, freiwillig jedenfalls nicht: Es war und ist ein Boykott über ihn verhängt, dessen Einzelheiten, lächerlich, wenn sie nicht so ernst wären, entgegen den Wünschen seiner Urheber allerdings auch dafür gesorgt haben, daß Biermann nicht vergessen wurde, um so weniger, als er heute mit seinem Ja zum Sozialismus und seinem Nein zu dessen totalitären Versionen zumindest außerhalb seiner DDR längst nicht mehr so allein steht, wie es vor ein paar Jahren noch schien. Im kommenden September nun veröffentlicht Klaus Wagenbach einen zweiten Band mit Gedichten, Liedern und Noten von Wolf Biermann, betitelt „Mit Marx- und Engelszungen“, und gleichzeitig eine 17-cm-Schallplatte mit vier Liedern. Das Buch wird auch diese fünf Gedichte enthalten.

PORTRAIT EINES ALTEN MANNES

Seht, Genossen, diesen Weltveränderer: Die Welt

Er hat sie verändert, nicht aber sich selbst

Seine Werke, sie sind am Ziel, er aber ist am Ende

Ist dieser nicht wie der Ochse im Joch

des chinesischen Rades? Die Wasser