Deutschlands größter Waschmittelhersteller ist zugleich sein schweigsamster. Die Düsseldorfer Henkel-Gruppe läßt sich nach wie vor nicht in die Karten sehen. Mit dem Hinweis „Wir sind ein Familienunternehmen begegnet man bei Henkel lästigen Fragen nach Umsatzziffern, Geschäftsergebnissen und ähnlichen Informationen, deren Bekanntgabe mittlerweile für die meisten Unternehmen von entsprechender Bedeutung eine Selbstverständlichkeit geworden sind.

Die Zahl derer, die den gesetzlichen Zwang zur Publizität nicht abwarten, sondern sich freiwillig dazu verpflichtet fühlen, wächst glücklicherweise. Zu ihnen gehört auch der größte Konkurrent der Henkel-Produkte, die deutsche Unilever-Gruppe.

Für den Henkelkonzern indessen heißt Publizität auch heute noch Werbung. Statt über Umsatz und Gewinn zu sprechen, beschränkt man sich in Düsseldorf darauf, mit der Wirtschaftspresse ein gelehrtes Expertengespräch über Verpackungsfragen zu führen. Der alte Zopf „Was geht es den Verbraucher an, was wir tun, wenn wir nur gut verdienen“ sollte auch bei Henkel endlich der Schere zum Opfer fallen. nmn