Man begegnet immer wieder Zweifeln an der Berechtigung der Polizei, bei anscheinend kleinen Vergehen sofort den Führerschein zu entziehen.

Dazu ist zu sagen: Die Polizei ist nicht nur berechtigt, sondern verschiedentlich sogar verpflichtet, die kostbare Fahrerlaubnis abzunehmen und den Autofahrer vom Straßenverkehr fernzuhalten. Und zwar bei Trunkenheit am Steuer, Unfallflucht (wenn ein Mensch getötet, verletzt oder an einer fremden Sache bedeutender Schaden entstanden ist), bei Wenden auf der Autobahn, Linksfahren an unübersichtlichen Stellen, Überholen bei Überholverbot oder an unübersichtlichen Stellen, Verletzung des Vorfahrtrechts, fehlender oder unzureichender Kennzeichnung haltender oder liegengebliebener Fahrzeuge, vor allem auf der Autobahn.

Jeder vernünftige Fahrer wird für diese Strafpraxis Verständnis haben. Aber der Führerschein wurde auch schon eingezogen, wenn ein Autofahrer die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen oder in geschlossenen Ortschaften um mehr als zehn Prozent überzogen hatte.

Im übrigen darf die Polizei den Führerschein nur ein- und nicht entziehen. Entzug der Fahrerlaubnis für immer oder für einen bestimmten Zeitraum, ebenso wie Rückgabe, nur durch Gerichtsentscheid. EHO.