Die Verhandlungen über eine Fusion zwischen der Veba und der Gelsenkirchener Bergwerks-AG sind abgebrochen. In der Hauptversammlung der GBAG bedauerte Generaldirektor Dr. Friedrich Funcke, daß „es letztlich nicht zu einer Einigung über einen Zusammenschluß gekommen ist“.

Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Hans-Günther Sohl sekundierte ihm und sprach davon, daß der Plan der Zusammenfassung beider Unternehmen – der nach Sohls Auffassung der „einzig wirksame Schritt in Richtung einer deutschen Mineralölgesellschaft“ gewesen wäre – in das Kapitel „verpaßte Gelegenheiten unserer Wirtschaftsgeschichte“ eingehen werde.

Der gleichen Ansicht ist der Veba-Vorstand. Meinungsverschiedenheiten bestehen indessen, wer für das vorläufige Scheitern der Verhandlungen verantwortlich ist.

Auf der GBAG-Hauptversammlung klang durch, daß persönliche Gründe, die vom Veba-Vorstand zu vertreten sind, eine Hauptrolle gespielt haben.

Tatsächlich stimmt es, daß der fusionsfreudige Veba-Chef Heinz P. Kemper auf den Widerstand einiger seiner Vorstandskollegen stieß, die nach sorgfältigem Studium der GBAG zu der Ansicht kamen, daß man auf die Wert Vorstellungen, die der GBAG-Vorstand von seiner Gesellschaft hat, nicht eingehen könne.

Vielleicht hätten die Differenzen, die über die künftige Unternehmenspolitik zutage kamen, überbrückt werden können, doch in Sachen „Geld“ glaubte der Veba-Vorstand „eisern“ bleiben zu müssen. Er fühlt sich seinen Aktionären gegenüber im Wort, denen er praktisch eine Dividende von 12 Prozent für das laufende Geschäftsjahr zugesagt hat. Sie gerät in Gefahr, wenn die GBAG-Aktien zu Kursen übernommen würden, wie sie die GBAG-Verwaltung für richtig hält.

Mit einiger Mühe schüttet die GBAG 6 Prozent aus. Im Jahr zuvor stammte die GBAG-Dividende von 5 Prozent aus dem Verkauf von Beteiligungen, weil ein ausschüttungsfähiger Gewinn nicht erwirtschaftet worden war.